Alle stürmen ins Gold Warum DWS-Managerin Tanja Siegrist jetzt Gewinne mitnimmt

Tanja Siegrist, Multi-Asset-Managerin der DWS

Tanja Siegrist, Multi-Asset-Managerin der DWS, erklärt im Podcast „For Professional Investors Only“ warum Sie ihre Goldanteile entgegen dem Trend reduziert. Bildquelle: DWS

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Krieg im Nahen Osten, Inflationssorgen, hohe Staatsverschuldung und politische Unsicherheit: Für Tanja Siegrist, Senior Portfolio Managerin im Multi-Asset-Team der DWS, gehören solche Gemengelagen zum Alltag. Gerade in schwierigen Marktphasen sieht sie den Vorteil eines Multi-Asset-Ansatzes: Portfolios können flexibel zwischen Anlageklassen wechseln und Chancen dort suchen, wo das Rendite-Risiko-Verhältnis attraktiv erscheint.

Im Mittelpunkt vieler Anleger steht derzeit Gold. Das Edelmetall profitiert von den umfangreichen Käufen internationaler Zentralbanken, insbesondere aus Schwellenländern. Diese hätten in den vergangenen Jahren ihre Dollarreserven teilweise reduziert und stattdessen Gold aufgebaut. Hintergrund seien geopolitische Risiken und die Frage, wie sicher Währungsreserven im Krisenfall tatsächlich sind.

 

Trotz des Booms hat Siegrist ihre Goldquote zuletzt reduziert. Der Grund: Die Schwankungen des Goldpreises haben deutlich zugenommen. Damit verliere Gold einen Teil seiner klassischen Funktion als Stabilisator im Portfolio. Für Multi-Asset-Investoren sei entscheidend, dass ein Absicherungsinstrument in Krisenzeiten tatsächlich stabilisiere und nicht selbst zusätzliche Volatilität verursache.

Interessanter geworden sind aus ihrer Sicht dagegen Staatsanleihen. Renditen von über vier Prozent bei US-Staatsanleihen und mehr als drei Prozent bei deutschen Bundesanleihen bieten wieder laufende Erträge, die Anleger viele Jahre vermisst haben. Trotz hoher Staatsschulden könnten langlaufende Anleihen bei einer wirtschaftlichen Abschwächung erneut wichtige Diversifikationseffekte liefern.

Ihr wichtigster Rat an Anleger lautet deshalb: langfristig denken. Viele Investoren reagierten auf Krisen und Schlagzeilen zu hektisch. Die Erfahrung der vergangenen Jahre zeige jedoch, dass Geduld häufig der bessere Ratgeber sei als hektisches Umschichten. Oder, wie es an den Kapitalmärkten heißt: Nicht das perfekte Timing entscheidet über den Erfolg, sondern die Zeit, die man investiert bleibt.

 

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