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Die Staatsverschuldung der USA hat erstmals die Marke von 40 Billionen Dollar überschritten. Am 19. August 2026 wies das US-Finanzministerium den Rekordwert aus. Binnen eines Jahrzehnts hat sich der Schuldenberg der größten Volkswirtschaft der Welt damit mehr als verdoppelt.
Neu ist vor allem das Tempo. Die jüngste Billion kam in wenigen Monaten hinzu, schneller als die Billionen davor. Mehreren Berichten zufolge, darunter dem der „Washington Post“, fiel die Marke Monate früher, als Prognosen es vorgesehen hatten.
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Wichtig für die Einordnung: Die 40 Billionen Dollar sind die Bruttoverschuldung, inklusive der Schulden, die der Staat bei eigenen Kassen wie der Sozialversicherung hält. Der von Ökonomen häufiger betrachtete Teil – die von privaten und ausländischen Investoren gehaltenen Schulden – liegt niedriger, aktuell bei rund 101 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Ein Kreislauf, der sich selbst beschleunigt
Warum läuft die Uhr immer schneller? Der Kern ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf bei den Zinsen. Auslaufende Anleihen müssen die USA zu höheren Renditen refinanzieren. Das treibt die Zinskosten auf einen ohnehin größeren Schuldenberg. Und je höher die Zinslast, desto größer das Defizit, desto mehr neue Schulden – auf die wiederum Zinsen anfallen.
Die Größenordnung zeigt sich an einer Zahl: Die Nettozinsausgaben liegen inzwischen über einer Billion Dollar im Jahr und übersteigen damit die US-Ausgaben für die Verteidigung. Michael Peterson, Chef der auf Haushaltsfragen spezialisierten Peter G. Peterson Foundation, bringt es auf den Punkt: höhere Zinsen auf eine wachsende Schuld – beides schaukelt sich gegenseitig auf.
Hinzu kommt ein struktureller Treiber. Die alternde Bevölkerung lässt die Ausgaben für die Sozialversicherung und das Gesundheitsprogramm Medicare steigen, während die Einnahmen nicht Schritt halten. Das Congressional Budget Office (CBO), die überparteiliche Haushaltsbehörde des Kongresses, veranschlagt das laufende Defizit auf rund 2,1 Billionen Dollar. Der Staat nimmt gut 5 Billionen Dollar ein und gibt rund 7 aus. Die Lücke füllen neue Schulden.
Kurs auf die nächste Marke
Für die kommenden Jahre liegen mehrere Rechnungen vor. Eine Trendwende zeigt keine. Die Bank of America sieht die Bruttoverschuldung bereits 2029 bei 50 Billionen Dollar. Legt man das vom CBO skizzierte Wachstumsszenario von rund 7 Prozent pro Jahr zugrunde, wäre die Marke bis 2030 erreicht. Das CBO selbst rechnet damit, dass die Bruttoschuld bis 2036 auf etwa 63 Billionen Dollar klettert.
Auch gemessen an der Wirtschaftsleistung steigt die Last. Bei den marktgehaltenen Schulden erwartet das CBO einen Anstieg von 101 Prozent in diesem Jahr auf 120 Prozent bis 2036 – über dem bisherigen Höchstwert von 106 Prozent aus dem Jahr 1946, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. J.P. Morgan rechnet in seinem Basisszenario mit, wie das Haus schreibt, realistischeren Annahmen und kommt sogar auf 127,7 Prozent. Die Nettozinsausgaben dürften sich bis 2036 auf mehr als 2 Billionen Dollar verdoppeln.
Mahnung von der Wall Street
Aus den Banken kommen deutliche Worte. Goldman-Sachs-Chef David Solomon warnte, ohne kräftiges Wirtschaftswachstum drohe eine „Abrechnung“. Sein Argument: Je größer die Schuld, desto schwerer werde es, überhaupt genug Käufer für die Anleihen zu finden. Sinkt die ausländische Nachfrage, verdrängt die Staatsfinanzierung private Investitionen und bremst so das Wachstum.
Alle diese Projektionen sind Modellrechnungen, keine Gewissheiten. Sie hängen an drei Größen, die sich rasch ändern können: der Höhe der Zinsen, dem Tempo des Wirtschaftswachstums und den politischen Entscheidungen über Steuern und Ausgaben. Das CBO fasst den eingeschlagenen Pfad in einem Wort zusammen: nicht tragfähig.