Politische Risiken Warum chinesische Aktien so günstig zu haben sind

Politische Risiken
Warum chinesische Aktien so günstig zu haben sind
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Dieter Langenbucher, Leiter Fondsmanagement der Fürst Fugger Privatbank

Dieter Langenbucher, Leiter Fondsmanagement der Fürst Fugger Privatbank Bildquelle: Fürst Fugger Privatbank

Die globalen Aktienmärkte haben sich 2026 bislang positiv entwickelt und China spielt sowohl im Technologiesektor als auch im Export eine führende Rolle. Dennoch bleibt der chinesische Aktienmarkt zurück, und chinesische Aktien sind günstig bewertet. So günstig sogar, dass China inzwischen zu den günstigsten großen Aktienmärkten weltweit gehört.

Indikatoren bestätigen Chancen 

Sowohl weiche Indikatoren wie zunehmende Insiderkäufe und Aktienrückkäufe als auch die technische Betrachtung bestätigen die attraktiven Bewertungen chinesischer Aktien. Erst Mitte Juli intervenierten staatlich gelenkte Investoren und Fonds, die in Schwächephasen zur Stabilisierung des heimischen Aktienmarkts eingesetzt werden. Erstmals seit Mitte 2025 trat Peking dabei als Nettokäufer auf, ein wichtiges Stützungssignal für den Markt.

„Wer in China investiert, investiert immer auch in Politik“

Für Investoren gibt es gute Gründe, bei ihren Anlageentscheidungen China wieder stärker zu berücksichtigen. China ist nicht nur die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, sondern auch in vielen Zukunftsbranchen global führend – etwa in Künstlicher Intelligenz, Elektromobilität, Batterietechnologie, Robotik und Industrieautomation.

 

Mit der Anti-Involution-Kampagne versucht Peking zudem, ruinösen Wettbewerb einzudämmen, Überkapazitäten abzubauen und die Profitabilität der Unternehmen zu verbessern. Viele chinesische Technologieunternehmen erzielen solide Cashflows, und in Bereichen wie Halbleitern, Automatisierung und KI entstehen zunehmend international wettbewerbsfähige nationale Champions.

Zahlreiche Unternehmen weit günstiger als US-Pendants 

Diese chinesischen Marktführer würden mit deutlich niedrigeren Bewertungen gehandelt als vergleichbare US-Unternehmen – trotz starker Marktstellungen und hoher Cashflows. Spannend seien dabei nicht nur bekannte Namen wie Tencent oder Alibaba, sondern auch zahlreiche Small- und Mid-Caps, die in ihren Nischen oft führend sind, außerhalb Asiens aber kaum beachtet würden.

Die Bewertungen reflektierten aber auch reale Risiken: von geopolitischen Spannungen mit den USA über Sanktionen und Taiwan-Risiken bis hin zu staatlichen regulatorischen Eingriffen. Wer in China investiert, investiert immer auch in Politik. Diese Unsicherheiten hätten jedoch dazu geführt, dass viele qualitativ hochwertige Unternehmen heute so günstig bewertet seien wie seit Jahren nicht mehr

Über den Autor:

Dieter Langenbucher leitet das Fondsmanagement bei der Fürst Fugger Privatbank in Augsburg. 

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