Trotz rotem „Buffett-Indikator“ Erstmals seit 2022 kauft Berkshire Hathaway im großen Stil Aktien

Greg Abel, Chef der US-amerikanischen Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway.

Greg Abel ist seit Anfang 2026 neuer Chef von Berkshire Hathaway. Im zweiten Quartal schlägt er einen deutlichen Kurswechsel an. Bildquelle: Screenshot Youtube / DAS INVESTMENT

Greg Abel, der Chef von Berkshire Hathaway, kaufte im zweiten Quartal dieses Jahres Aktien im Wert von 23,5 Milliarden Dollar für die Holding – und verkaufte Aktien im Wert von „nur“ 3,7 Milliarden US-Dollar. Für den Konzern ist es seit 2022 das erste Mal, dass mehr Aktien gekauft als verkauft wurden. 

Zuvor waren bei Berkshire Hathaway lange Zeit vor allem die liquiden Mittel gewachsen: Betrug der Stand Ende des zweiten Quartals 2022 nur 105,4 Milliarden US-Dollar, wuchs er innerhalb von rund vier Jahren auf 397 Milliarden US-Dollar zu Ende des ersten Quartals 2026 an.

Die Verkäufe gingen auf den Berkshire-Gründer Warren Buffett zurück, der bis Ende 2025 im selben Haus als CEO tätig war. Buffett begründete sein Verhalten mit dem überhitzten amerikanischen Markt. Dafür hatte er einen eigenen Indikator entwickelt: Der Buffett-Indikator setzt die gesamte Börsenkapitalisierung der USA ins Verhältnis zu dem Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten.

Buffett-Indikator steht im August 2026 auf 242 Prozent 

Ein Kritikpunkt gegenüber Abels Milliardenkäufen, den der „Platow Brief“ herausgreift: Der Buffett-Indikator deutet nicht auf eine Abkühlung des Marktes hin. Ebendiese Kennzahl steht am 10. August auf 242 Prozent. Ein Wert von 111 bis 135 Prozent zeigt eine normale Bewertung des Kapitalmarkts. Ab 200 Prozent spielen Anleger „mit dem Feuer“, wie es auf „Delta Value“ heißt.

 

Der US-amerikanische Investor Michael James Burry kommentiert den Q2-Bericht von Berkshire auf X mit den Worten: „Meine größte Sorge bei Berkshire Hathaway war, dass Warrens Nachfolger nicht seine Geduld für den Fat Pitch haben würde.“ Bekannt wurde Burry durch seine Wette gegen den amerikanischen Immobilienmarkt, kurz bevor dessen Zusammenbruch die große Rezession ab 2007 auslöste.

Hendrik Leber, Geschäftsführer der Investmentgesellschaft Acatis, sieht Abels Einsatz hingegen positiv. „Ich finde, Greg Abel handelt wirtschaftlich konsequent: Das Geld, das er nicht investieren kann, gibt er den Aktionären zurück, anstatt es nutzlos herumliegen zu lassen“, so Leber. 

Berkshire gibt Alphabet Milliarden-Kapital für KI-Ausbau

Laut „Handelsblatt“-Berichten stellte Abel der Google-Mutter Alphabet 10 Milliarden Dollar bereit, mit der sie Investitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz tätigt. Auch ein Punkt, den Burry kritisch sehen dürfte: Er wettete jüngst gegen KI-Aktien wie Nvidia und Palantir. Alphabet, American Express, Apple, Bank of America und Coca-Cola stellen knapp 70 Prozent des rund 300 Milliarden-Dollar-Portfolios von Berkshire. 

Auch hier hat Leber eine gegenteilige Meinung: „Alphabet ist eine der besten Zukunfts-Investitionen, die Abel machen kann.“ Er bescheinigt der Google-Mutter, auch in zehn Jahren noch eine gute Aktie zu sein und fällt insgesamt ein positives Fazit: „Abel löst sich langsam von der Buffett-Historie und bleibt gleichzeitig seiner Investment-Logik treu.“

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