Philanthropie Gates Foundation streicht 500 Stellen und prüft Epstein-Verbindungen

Bill Gates, Mitgründer von Microsoft

Microsoft-Gründer Bill Gates, Gründer einer der wohlhabendsten Stiftungen der Welt. Bildquelle: Imago Images / Zuma Press Wire

Die Gates Foundation steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Wie zuerst das Wall Street Journal berichtete und die Stiftung anschließend bestätigte, sollen bis 2030 bis zu 500 der derzeit rund 2.375 Stellen gestrichen werden – ein Rückgang von etwa 20 Prozent der Belegschaft. Die Streichungen sollen schrittweise und nicht als einmalige Massenentlassung erfolgen.

Hintergrund ist das Budget für das Geschäftsjahr 2026: Die Stiftung plant mit rund neun Milliarden Dollar, will die Betriebskosten jedoch auf 1,25 Milliarden Dollar begrenzen. CEO Mark Suzman schrieb laut Bericht in einem internen Memo, dies sei „in vielerlei Hinsicht eine herausfordernde Zeit“, in der es jedoch entscheidend sei, „die notwendigen, schwierigen Maßnahmen zu ergreifen“.

Externe Prüfung der Epstein-Verbindungen

Parallel zum Sparkurs klärt die Stiftung derzeit eine durchaus pikante Angelelegenheit auf. Laut einem offiziellen Statement der Gates Foundation beauftragte CEO Suzman im März eine externe Überprüfung der Kontakte der Stiftung zu dem 2019 verstorbenen verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein sowie der internen Richtlinien zur Prüfung neuer Partnerschaften.

 

Die Prüfung werde von Stiftungsvorsitzendem Bill Gates und dem Governing Board unterstützt; Ergebnisse werden im Sommer erwartet. Im Februar hatte Gates bei einer Mitarbeiterversammlung die Verantwortung für seine Verbindung zu Epstein übernommen und betont, er habe sich nicht an dessen Verbrechen beteiligt. Gates soll am 10. Juni vor dem Ausschuss für Regierungsaufsicht und -reform des US-Repräsentantenhauses zu seiner Beziehung zu Epstein aussagen.

Buffett hat derzeit keinen Kontakt mit Gates

Die Gates Foundation verwaltet ein Stiftungsvermögen von knapp 70 Milliarden Euro und engagiert sich schwerpunktmäßig in der globalen Gesundheits- und Entwicklungsarbeit. Gates kündigte an, die Stiftung bis Ende 2045 aufzulösen – mit dem Ziel, die Mittel noch zu seinen Lebzeiten gezielt einzusetzen.

In den vergangenen Jahren verlor die Stiftung prominente Unterstützer verloren. Melinda French Gates schied im Juni 2024 als Co-Vorsitzende aus der Stiftung aus. Warren Buffett legte sein Treuhänderamt beim Foundation Trust bereits 2021 nieder. Buffett soll der Stiftung zwischen 2006 und 2024 rund 43 Milliarden Dollar gespendet haben. Ob weitere Zuwendungen folgen, gilt laut Medienberichten als offe. Buffett erklärte gegenüber CNBC, er habe seit Bekanntwerden der Epstein-Verbindungen keinen Kontakt mehr zu Gates – er wolle nicht in eine Position geraten, in der er als Zeuge vorgeladen werden könnte, und zudem erst abwarten, bis die Angelegenheit geklärt sei.

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