Währungen und Anleihen Welche Investmentchancen die EZB-Politik bietet

Thomas Kruse, CIO Deutschland bei Amundi: „Die Volatilität der Wechselkurse bleibt der wichtigste Part des Spiels.“  | © Amundi Asset Management

Thomas Kruse, CIO Deutschland bei Amundi: „Die Volatilität der Wechselkurse bleibt der wichtigste Part des Spiels.“ Foto: Amundi Asset Management

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Ende ihres Anleihe-Kaufprogramms zu Ende 2018 verkündet. Gleichzeitig sollen jedoch die Leitzinsen bis Sommer 2019 unverändert bleiben. Damit hat sie die Erwartungen des Kapitalmarkts bestärkt, dass die Zinsen für eine weitere längere Zeitspanne niedrig bleiben.

Das Wirtschaftswachstums-Szenario der EZB entspricht unseren Erwartungen. Wir rechnen allerdings mit einem leicht schwächeren Wachstum als die EZB (1,8 statt 1,9 Prozent). Die Gründe hierfür sind verstärkte Risiken durch Handelsbeschränkungen, die Unsicherheit bei den Ölpreisen und hinsichtlich der Politik in der EU. Allerdings sehen wir keinen Grund, dass der Zug des kontinuierlichen Wirtschaftswachstums entgleist. Bezüglich der Inflation hat die EZB ihre Prognosen nach oben korrigiert; daraus könnten Zweitrundeneffekte wie etwa eine geringfügige Lohn-Preis-Spirale entstehen.

Die EZB hat den Verlauf der kurzfristigen Laufzeiten und die Ausrichtung der Zinsstrukturkurve bestätigt. Überraschungen nach oben im Hinblick auf Wachstum oder Inflation könnten jedoch die längeren Laufzeiten beeinflussen und sie in eine steilere Kurve überführen. Im Bereich Unternehmensanleihen behalten wir unsere vorsichtige Einstellung bei. Allerdings eröffnen die starken Fundamentaldaten und das Auseinanderdriften der Spreads ausgewählte einzelne Chancen. Für die Peripheriemärkte sollte das Umfeld der aktuellen Zinsen eine Einengung der Spreads begünstigen. Allerdings hängt dies von der jeweiligen Haushaltspolitik der Länder ab.

Mit der Normalisierung der Geldpolitik, der spezifischen Situation der Schwellenländer und dem Anwachsen der geopolitischen Risiken wird die Volatilität der Wechselkurse der wichtigste Part des Spiels bleiben. Dies eröffnet weiterhin Chancen am Währungsmarkt. Die Geldpolitik driftet auseinander, deutlich bemerkbar anhand der Ergebnisse der kürzlichen Sitzungen der Zentralbanken. Diese haben Investmentchancen sowohl im Bereich Währungen als auch bei Anleihen aufgezeigt. Wir erwarten eine weitere Ausweitung der Spreads zwischen US-Anleihen und den wichtigsten Euro-Anleihen.

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