Millionenbetrag VZB verklagt Ex-Direktor

Ralf Wohltmann führte viele Jahre die Geschäfte des VZB.

Ralf Wohltmann trug über 20 Jahre lang Verantwortung beim VZB. Bildquelle: Imago Images / Horst Galuschka

Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) hat beim Berliner Arbeitsgericht Klage gegen seinen früheren Direktor Ralf Wohltmann eingereicht. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin gegenüber Bloomberg. Die Klagesumme wollte sie nicht nennen. Aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen soll die Forderung laut dem Bericht rund 50 Millionen Euro betragen. Ob die Summe stimmt, ist bislang nicht bestätigt.

Wohltmann hatte das VZB rund 25 Jahre lang geführt, bevor er Anfang 2025 freigestellt und später entlassen wurde. Das Versorgungswerk wirft ihm unter anderem vor, an einem Unternehmen beteiligt gewesen zu sein, das seinerseits Geschäfte mit dem VZB abschloss. Dem Vernehmen nach soll er für einen Teil der hohen Verluste des Versorgungswerks mitverantwortlich sein. Daneben geht das VZB auch gegen weitere frühere Organmitglieder und Berater vor.

 

Das Berliner Arbeitsgericht hatte im Januar Wohltmanns Kündigungsschutzklage abgewiesen. Er soll Berufung eingelegt haben.

Beim VZB sind mehr als 10.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte aus Berlin, Brandenburg und Bremen pflichtversichert. Ende vergangenen Jahres hatte das Versorgungswerk mitgeteilt, mindestens 1,1 Milliarden Euro Verluste durch fehlgeschlagene Kapitalanlagen erlitten zu haben. Per Ende 2024 verwaltete es noch ein Vermögen von rund 2,2 Milliarden Euro.

Damit gelten die Vorkomnisse rund um das VZB als der bislang gravierendste Fall unter den deutschen Versorgungswerken, die in der Niedrigzinsphase teils in intransparente und risikoreiche Anlagen ausgewichen waren und seit der Zinswende erhebliche Verluste verbuchen mussten.

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