Der frühere Direktor des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Berlin (VZB), Ralf Wohltmann, ist mit seiner Klage gegen seine Kündigung weitgehend gescheitert. Das Berliner Arbeitsgericht wies sie größtenteils ab, wie Bloomberg berichtet. Das Gericht gab Wohltmann lediglich in einem Punkt recht: Das VZB konnte ihn nicht fristlos kündigen, sondern muss die vertragliche Kündigungsfrist – in Wohltmanns Fall – von einem Jahr einhalten.
Wohltmann verdiente pro Jahr 226.000 Euro plus Bonus
Wohltmann verdiente laut Angaben der Vorsitzenden Richterin Karoline Noack rund 226.000 Euro pro Jahr. Hinzu kam ein Bonus, der an den Erfolg der Investitionen gekoppelt war. Die Berechnung des Bonus sei „ein bisschen wie Einsteins Relativitätstheorie“, sagte Noack bei der Verhandlung laut Bloomberg. „Er ist an den Erfolg des Fonds gekoppelt - aber ich weiß nicht, welcher Erfolg."
Das VZB hatte Wohltmann entlassen, nachdem Verluste bekannt geworden waren. Der Pensionsfonds wirft ihm vor, gegen seinen Arbeitsvertrag verstoßen zu haben, indem er an einem Unternehmen beteiligt war, das mit dem VZB Geschäftsbeziehungen unterhielt. Wohltmanns Anwalt argumentierte, das VZB habe über die Beteiligungen Bescheid gewusst.
Wohltmann war 25 Jahre lang Direktor des VZB, bis er Anfang 2025 freigestellt und später entlassen wurde. Die neuen Verantwortlichen des VZB hatte im Dezember mitgeteilt, Verluste von mindestens 1,1 Milliarden Euro wegen fehlgeschlagener Investments verarbeiten zu müssen. Per Ende 2024 verwaltete es ein Vermögen von rund 2,2 Milliarden Euro. Bei dem Versorgungswerk sind mehr als 10.000 Zahnärzte im Berliner Raum und in Bremen pflichtversichert.