Schwerer Vorwurf im Bonner Prozess Deutsche Bank betrieb laut Hansainvest Cum-Ex-Geschäfte

Zentrale der Deutschen Bank | © imago images / Sven Simon

Zentrale der Deutschen Bank Foto: imago images / Sven Simon

Hansainvest belastet die Deutsche Bank im Cum-ex-Prozess vor dem Bonner Landgericht schwer, heißt es in einem Bericht der „Börsen-Zeitung“ (bezahlpflichtig). Das größte deutsche Institut trat als treibende Kraft hinter dem von Hansainvest verwalteten Cum-ex-Fonds aus dem Jahr 2009 auf, sagte ein Anwalt der Hamburger Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG), die zur Signal-Iduna-Gruppe gehört. Das widerspreche den bisherigen Angaben der Deutschen Bank, sie sei nur als Dienstleister bei Cum-ex-Geschäften in Erscheinung getreten.

Vielmehr legten die Vorwürfe von Hansainvest nahe, die Deutsche Bank habe doch eigene Cum-ex-Geschäfte betrieben. Die Anlagestrategie des "HI Aktien 1", um den es im Prozess geht, sei der KVG durch die Deutsche Bank London Ende Dezember 2008 angetragen worden, so der Anwalt.. Die Auflegung des Fonds erfolgte am 22. Januar 2009. Das Anlagevolumen aus Cum-ex-Geschäfte mit deutschen Dividendenpapieren betrug laut Anklage zwischen Januar und März 680 Millionen Euro. Rund 12 Millionen soll Staatsanwaltschaft Köln der Schaden für den Fiskus betragen Der Hansainvest-Fonds ist der kleinste Komplex unter den in Bonn verhandelten Fällen.

Die Deutsche Bank wollte sich zum Fall nicht äußern, da sie an dem Verfahren in Bonn nicht beteiligt sei. Hansainvest und vier weitere Finanzinstitute, darunter Warburg plus Fondstochter Warburg Invest, BNY Mellon und die französische Großbank Société Générale sind nicht angeklagt, sondern sogenannte Einziehungsbeteiligte im Cum-Ex-Prozess gegen zwei Börsenhändler und können für den entstandenen Schaden zur Kasse gebeten werden. Hansainvest fühlt sich dem Bericht zufolge zu Unrecht an dem Verfahren in Bonn beteiligt und hat angeboten, die erhaltene Fondsgebühr von 125.000 Euro zurückzuzahlen.