Vorstandschef ausgenommen Commerzbank kürzt Boni

Martin Blessing, Vorstandschef der Commerzbank, bekommt erstmals seit 2007 wieder einen Bonus  | © Commerzbank

Martin Blessing, Vorstandschef der Commerzbank, bekommt erstmals seit 2007 wieder einen Bonus Foto: Commerzbank

Im vergangenen Jahr zahlte die Commerzbank weniger variable Vergütung an ihre Mitarbeiter: Die Summe der variablen Gehaltsbestandteile ging herunter, von 377 Millionen 2013 auf 338 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das meldet das Handelsblatt mit Bezug auf einen aktuellen Bericht, der der Zeitung vorliegt.

Die verminderten Boni gelten allerdings nicht für Vorstandschef Martin Blessing: Der oberste Commerzbanker hat 2014 insgesamt 2,67 Millionen Euro Gehalt eingestrichen, rund die Hälfte davon als variablen Bestandteil.

Auf der Hauptversammlung der Commerzbank im April wollte sich die Bank Bonuszahlungen von bis zu 200 Prozent vom Festgehalt an seine Vorstände absegnen lassen. Die Deutsche Bank konnte ihren Aktionären dieses Zugeständnis bereits abringen. Im Falle der Commerzbank sorgten die Aktionäre, allen voran der Bund als Großaktionär mit einem Stimmanteil von 15,6 Prozent, dafür, dass die 200-Prozent-Regelung für Vorstände abgeschmettert wurde.

Die Commerzbank steht in Sachen Bonuszahlungen seit der Unternehmensrettung durch den Bund 2008 unter besonders strenger Beobachtung. Vorstandsvorsitzender Martin Blessing hatte in der Vergangenheit angekündigt, auf Bonuszahlungen verzichten zu wollen, solange der Konzern keinen Gewinn in dreistelliger Millionenhöhe mache. 2014 konnte die Bank ihren Gewinn nach der Finanzkrise mit 264 Millionen Euro erstmals wieder in den dreistelligen Bereich steigern. Damit konnte auch Blessing beim Bonus wieder zulangen.

2015 plant die Bank auch erstmalig seit 2008 eine Dividende an die Aktionäre auszuschütten, hat Blessing auf der Hauptversammlung der teilverstaatlichten Bank Ende April verkündet.