Vorstand der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg „Private-Banking-Leistungen werden einer Sparkasse nicht selbstverständlich zugeordnet“

Will Vermögende fürs Private Banking gewinnen: Die Sparkassen-Finanzgruppe

Will Vermögende fürs Private Banking gewinnen: Die Sparkassen-Finanzgruppe Foto: Getty Images

Wer ein privates Großvermögen sein eigen nennt, denkt auf der Suche nach der richtigen Bank nicht automatisch an die Sparkasse. Doch das soll sich ändern. „Private-Banking-Leistungen werden einer Sparkasse nicht selbstverständlich zugeordnet“, sagt Gerhard Döpkens, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg zum Managermagazin der Sparkasse. „Das muss man sich erarbeiten.“

Seit gut anderthalb Jahren steht dazu bei der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg ein Team aus entsprechend qualifizierten Mitarbeitern bereit. Ihr Leistungsspektrum umfasst Vermögensoptimierung, Generationenmanagement, Absicherung der Lebensrisiken, Immobilienmanagement und Altersvorsorge. Neben der fachlichen Eignung zähle aber auch die Persönlichkeit des Einzelnen, so Döpkens. Es müsse ein individuelles Selbstverständnis geben, in jeder Situation mit hoch anspruchsvollen Kunden professionell umgehen zu wollen.

Dabei versucht die Sparkassen-Finanzgruppe, die Kunden möglichst früh abzuholen. So beginnt die besondere Betreuung bereits ab verhältnismäßig niedrigen Einlagen. Für das Private Banking kommt infrage, wer über mindestens 500.000 Euro liquides Vermögen verfügt. Wer voraussichtlich in zwei bis drei Jahren soweit sein wird, gilt als Potenzialkunde und kommt schon ab 250.000 Euro in den Genuss der Leistungen.

Um den Ansprüchen der vermögenden Klientel gerecht zu werden, kann die 2014 gegründete Private-Banking-Sparte auf alle Partner der Sparkassen-Finanzgruppe zurückgreifen. Für die individuelle Vermögensverwaltung etwa auf die Weberbank, eine 100-prozentige Tochter der Mittelbrandenburgischen Sparkasse.

Dass eigene Produkte der Weberbank dabei nicht Teil der individuellen Vermögensverwaltung sein dürfen, ist Döpkens wichtig. „Bei anderen Anbietern gibt es teils den Vorwurf, dass doppelt verdient wird, weil Vermögensverwaltung und Produkte von einem Anbieter stammen.“

Beim Bemühen, das Potenzial an Private-Banking-Mandaten auszuschöpfen und auch sehr anspruchsvolle Kunden im Haus zu halten, sei eins jedoch selbstverständlich: „Die Investitionen müssen innerhalb eines klar definierten Zeitraums den erwarteten wirtschaftlichen Erfolg zeigen“, sagt Döpkens.

Das vollständige Interview von Thomas Rosenhain finden Sie hier.

In einer ersten Interviewrunde hatten vier weitere Sparkassen-Vorstände unter anderem über das Image-Problem der Sparkassen im Private Banking diskutiert.