Vor- und Nachteile von Edelstein-Investments Diamanten als Alternative zu Gold

Alexander Sablatnig ist seit Juni 2018 beim Multi Family Office Afom Advisors als Senior Manager tätig. | © Afom Advisors

Alexander Sablatnig ist seit Juni 2018 beim Multi Family Office Afom Advisors als Senior Manager tätig. Foto: Afom Advisors

Schon Marilyn Monroe wusste in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – „Diamonds are a girl’s best friend”. Aber taugen die funkelnden Steine auch als Investment? Kann oder sollte man sogar als Investor in seinem Portfolio auf Gold zu Gunsten von Diamanten verzichten? Bewähren sie sich als Krisenwährung und sicherer Hafen in einer Rezession? Wenn ja, ist mit ihnen auch eine Rendite zu erwirtschaften? Und schließlich: Wie investiert man am besten in Diamanten und gibt es Möglichkeiten, auszuschließen, dass man sich Konfliktdiamanten ins Depot legt?

Die vier Cs

Bevor wir uns an die Frage nach Diamanten als Anlageform wagen, vorab noch einige Fakten zu den Steinen: Die Einteilung eines Diamanten erfolgt nach einem strikten Muster und ist per se recht einfach – die Tücken ergeben sich dann aber im Detail und der Kombination der einzelnen Parameter. Jeder Stein wird nach dem 4C-Prinzip bewertet. Diese vier Cs stehen im Englischen für Carat, Clarity, Cut und Color.

Carat (ct) bezeichnet das Gewicht des Steines. Ein Karat entspricht 0,2 Gramm, dem Gewicht eines getrockneten Samenkerns des Johannisbrotbaums, das sich bis heute als Maßeinheit hält. Wichtig hierbei ist zu erwähnen, dass zum Beispiel ein 2ct Stein nicht das doppelte eines 1ct Stein kostet oder sich der Preis gar degressiv mit steigender Größe verhält. Ganz im Gegenteil. Mit steigender Größe – und somit Gewicht – wird es immer schwieriger, Steine in gewünschter Qualität zu finden. Dies schlägt sich überproportional im Preis nieder. Bei gleicher Qualität der übrigen 3 Cs kostet beispielsweise der erwähnte 2ct Stein das 4,5fache und nicht das Doppelte des 1ct Steins.

Clarity meint die Reinheit des Steines. Wie viele Einschlüsse weist er auf und wo liegen sie beziehungsweise – salopp ausgedrückt – wie viele Fehler hat der Stein? Das reicht von Flawless, also makellos (Kategorie IF, das heißt eine fachlich versierte Person kann bei 10-facher Vergrößerung keine Einschlüsse erkennen), bis zu Einschlüssen die schon mit freiem Auge sichtbar sind (Kategorie I3 – Included).

Cut ist der Schliff des Steines. Dieser ist wesentlich für die Strahlkraft und soll sein Funkeln zur Geltung bringen. Ein perfekter Schliff – und somit eine perfekte Lichtbrechung und -reflexion – hängt stark von der Proportion des Steines ab und somit ist auch der Cut – obwohl vom Menschen nachträglich herbeigeführt – ein Qualitätskriterium des Steines an sich. Die Schliffqualität reicht von Poor Cut bis Excellent Cut.