Vor Gericht Sparkasse gegen Sauren – das steckt hinter dem Streit ums Logo

Eckhard Sauren hat eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Sparkasse. Daher ist das Logo zensiert.

Eckhard Sauren hat eine gerichtliche Auseinandersetzung mit der Sparkasse. Daher ist das Logo zensiert. Bildquelle: Sauren / Sparkasse / Edelstoff media mit Canva und KI

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Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband geht gegen das neue Logo des Kölner Fondsanbieters Sauren vor – der Fall liegt nun beim Landgericht Hamburg. In Köln liegt deshalb seit Wochen Briefpapier in zwei Varianten bereit: eines mit dem neuen Signet, eines ohne. Welches gilt, entscheidet ein Gerichtsvollzieher, der jeden Tag klingeln kann.

Die Chronologie im Überblick: Im Februar 2026 reicht Sauren das neue Signet beim Deutschen Patent- und Markenamt ein, Mitte Mai ist die Marke eingetragen. Am 10. Juli geht der neue Markenauftritt live: neue Farben, ein leuchtendes Blau, geometrische Formen, dazu der kürzere Slogan „Fondsmanager entscheiden“. Rund 15 bis 20 Jahre hatte das alte Design gehalten. Am 30. Juli kommt der Deutsche Sparkassen- und Giroverband über einen Anwalt auf das Haus zu. Er sieht im neuen Signet eine zu große Nähe zum eigenen Logo.

Vorher hatte Eckhard Sauren das natürlich prüfen lassen. Die Identitätsrecherche brachte das Sparkassenlogo durchaus auf den Schirm, die Markenanwälte urteilten jedoch, die Zeichen seien hinreichend voneinander beabstandet. Sauren schaute selbst noch einmal hin, Logo neben Logo, und entschied, da ist keine Verwechslungsgefahr. Das Landgericht Hamburg sah es anders.

Der Streit trifft eine Branche, in der man sich sonst eher auf Kongressen bei einem Glas Wein oder am Sauren-Kölsch-Ausschank trifft. Mehrere Sparkassen sind Kunden des Hauses, direkte Konkurrenz gibt es kaum. Genau das macht den Fall für Sauren so unverständlich: Kompromisse hatte er angeboten – das Signet im Sauren-Kontext, nie in Rot, nie mit Punkt. Der DSGV blieb dabei, dass es weg muss. Auf Anfrage von DAS INVESTMENT bestätigt der Verband lediglich die rechtliche Auseinandersetzung; zu Details äußert er sich wegen des laufenden Verfahrens nicht.

Zwei befragte Markenrechtsexperten halten beide Positionen für vertretbar. Bekannte Marken genießen einen größeren Schutzbereich, das ist unstrittig. Offen sei, ob Kunden die geometrischen Formen von Sauren überhaupt als S lesen – und ob ein gemeinsames Grundmotiv schon eine Verwechslungsgefahr begründet. Insgesamt sehe man Sauren aber im Vorteil: „Die Farbgestaltung des Sauren-Logos ist ferner völlig anders. Aus meiner Sicht hat Sauren hier die leicht besseren Karten, man kann aber markenrechtlich beide Positionen gut vertreten“, schreibt Rechtsanwalt Christian Rauda. Solche Verfahren laufen regelmäßig über mehrere Instanzen, mit wechselnden Ergebnissen.

Sauren ist bereit, genau dorthin zu gehen. Und dreht die Risikoabwägung um: „Ich glaube, dass sie sich das falsche Signet ausgesucht haben für eine Markenstreitigkeit, die dann durch die Instanzen geht.“ Jede verlorene Instanz beschädige die Marke, die geschützt werden soll. „Dann haben sie ja komplett mit Zitronen gehandelt.“

Intern wurde sogar diskutiert, das Signet um 90 Grad zu drehen, diese Idee brachten auch die befragten Anwälte ins Spiel. Die Agentur riet ab – es sähe aus wie ein Fehler, eher nach einem N. Stattdessen liegt jetzt Briefpapier in zwei Varianten bereit, mit und ohne Signet. Kugelschreiber, Blöcke, Beutel, Regenschirme: alles auf Eis. Seit Tagen arbeitet die Agentur an Alternativen und Ideen.

Der Fall hat auch die beiden Podcasts zusammengebracht, in denen Eckhard Sauren schon mehrfach zu Gast war. „For Professional Investors Only“ und „Der Finanz-Gourmet“ veröffentlichen die Folge erstmals gemeinsam, moderiert von Christoph Fröhlich und Oliver Morath.

Den ganzen Fall, wie der Streit begann, welche Kompromisse scheiterten und was Sauren jetzt plant, erzählt er im Podcast.

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