Wohnungen für 3 Milliarden Euro Vonovia soll weiteren Verkauf an Private-Equity-Investor anstreben

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Wohnungen für 3 Milliarden Euro
Vonovia soll weiteren Verkauf an Private-Equity-Investor anstreben
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Konzernzentrale der Vonovia in Bochum

Konzernzentrale der Vonovia in Bochum: Dem größten Wohnungskonzern Deutschlands setzt die Zinswende zu. Foto: Imago Images / Sven Simon

Vonovia soll den Teilverkauf eines Portfolios an Wohnungen in Kiel und Lübeck vorbereiten. Ziel des größten deutschen Immobilienkonzerns ist es demnach, die Kapitalbasis im derzeit schwierigen Umfeld sinkender Immobilienbewertungen und steigender Zinsen zu stärken. Auch Konkurrent Adler soll deshalb planen, weitere 7.000 Wohnungen zu verkaufen.

Der Vorgang folgt dem Vorbild des Anteilsverkaufs an der baden-württembergischen Immobilienfirma Südewo im Frühjahr. Für eine Milliarde Euro hatte Vonovia eine Minderheitsbeteiligung an den US-Finanzinvestor Apollo verkauft, um Schulden bedienen zu können. Der Dax-Konzern sicherte sich jedoch eine langfristige Option zum Rückkauf der Beteiligung. Zudem bewirtschaftet Vonovia das über 21.000 Wohnungen umfassende Portfolio weiter. Gleichzeitig leitete dieser Schritt das Ende des Expansionskurses von Vonovia ein. Ein weiteres Paket mit 1350 Wohnungen ging zeitgleich für rund 560 Millionen Euro an CBRE Investment.

Das norddeutsche Portfolio besteht im Kern aus rund 18.000 Wohnungen, die zur Projektentwicklungstochter Buwog gehören, wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen laut Handelsblatt sagten. Diese Wohnungen liegen in erster Linie in Schleswig-Holstein. Die Buwog, 2018 von Vonovia übernommen, kaufte den Bestand 2014 für knapp 900 Millionen Euro einem Joint Venture aus dem Immobilienverwalter Prelios und einem Investmentfonds ab. Das Portfolio besteht überwiegend aus Beständen der einstigen LEG Schleswig-Holstein/DGAG. Insgesamt könnte der Deal mit rund drei Milliarden Euro bewertet werden, hieß es in Finanzkreisen.

Die Investmentbank JP Morgan und die Kanzlei Freshfields wurden laut Handelsblatt mit der Organisation betraut. Offizielle Verkaufsunterlagen seien demnach noch nicht verschickt worden, was gegen einen Verkauf noch in diesem Jahr spricht. Die Private-Equity-Investoren Apollo und KKR sollen dennoch bereits erste Gespräche mit Vonovia führen, auch Blackstone gilt Finanzkreisen zufolge als möglicher Interessent. 

 

Die Wohnungen des Prelios-Portfolios befinden sich hauptsächlich in den B-Lagen Kiel und Lübeck. Vonovia arbeite laut Handelsblatt auf eine Dealstruktur hin, bei der ein Investor Vorzugskapital erhält, also kein Stimmrecht, und Vonovia erneut die Option erhält, das Portfolio später zurückzukaufen. Die erzielbaren Renditen sollen bei sieben bis acht Prozent liegen.

Wohnungen für 13 Milliarden Euro im Schaufenster

Vonovia-Chef Rolf Buch hatte bereits im Sommer 2022 angekündigt, im Laufe der kommenden Jahre rund 66.000 Wohnungen im Wert von mindestens 13 Milliarden Euro veräußern zu wollen. Mit den Verkäufen reagiert der Konzern auf gestiegene Kapitalkosten durch die Zinswende.

Aus Branchenkreisen heißt es, dass Joint Ventures derzeit der beste Weg seien, um dringend benötigtes Kapital für den Schuldenabbau aufzutreiben. Der klassische Transaktionsmarkt sei,  insbesondere für große Deals, derzeit nicht existent. Die Alternative wäre eine Kapitalerhöhung, die Buch nicht als ernsthafte Option ansieht, weil die Marktkapitalisierung von Vonovia geringer ist als der Wert der Immobilien. Eine Ausgabe neuer Aktien somit für die bestehenden Aktionäre nachteilig wäre.

Über Vonovia

Vonovia, vormals Deutsche Annington, ist seit 2015 im Dax und besitzt laut Geschäftsabschluss des vergangenen Jahres 548.524 Wohnungen und ist damit der hierzulande größte Wohnimmobilienkonzern. In Norddeutschland hat das Unternehmen demnach Wohnungen in Kiel (25.331), Hamburg (20.131), Hannover (22.099) und Bremen (11.736).

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