Robert Habeck wird Berater (Senior Advisor) beim Stadtentwicklungsinvestor Urban Partners. Der frühere Vizekanzler soll ab dem 1. August 2026 vor allem die Research-Aktivitäten des Kopenhagener Unternehmens unterstützen – mit Schwerpunkt auf urbaner Transformation und der Frage, wie privates Kapital den Ausbau bezahlbaren Wohnraums in schnell wachsenden Städten finanzieren kann. Im Beratergremium trifft er unter anderem auf die beiden früheren Kopenhagener Oberbürgermeister Lars Weiss und Jens Kramer Mikkelsen.
Von 2021 bis 2025 war Habeck Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, zuvor führte der Grünen-Politiker mehr als sechs Jahre als stellvertretender Ministerpräsident Schleswig-Holsteins die Landesministerien für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Digitalisierung. Diese Erfahrung an der Schnittstelle von öffentlicher Hand, Privatkapital und Infrastrukturpolitik soll laut Pressemitteilung in die Anlagestrategien des Investors einfließen. In den Städten entscheide sich der Erfolg der großen Transformationen unserer Zeit, so Habeck in der Mitteilung – wer Wohnraum, öffentlichen Raum und Infrastruktur verbessere, gestalte sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke zugleich.
Deutschland-Geschäft wächst – 650-Millionen-Fonds für Stadtquartiere
Urban Partners wurde 2005 als Nrep gegründet, hat seinen Hauptsitz in Kopenhagen und verwaltet ein Vermögen von mehr als 25 Milliarden Euro. In Deutschland beschäftigt der Investor gut 36 Mitarbeiter an den Standorten Frankfurt, München und Berlin. Zu den jüngsten Investments zählen Logistikimmobilien in Metropolregionen sowie Mietwohnungen im mittleren Preissegment in Berlin, München und Hamburg.
Institutionelle Ankerinvestoren
Die Personalie folgt auf die Auflage des Urban Partners Regeneration Fund im Juni: Der Fonds soll Brachflächen in gemischt genutzte Wohnquartiere in europäischen Großstädten umwandeln – unter anderem in Deutschland, Großbritannien und Nordeuropa. Zum ersten Closing verfügte er über eine Investitionskapazität von 650 Millionen Euro. Als strategische Partner nennt das Unternehmen Copenhagen Infrastructure Partners und die Viessmann Generations Group. Als Ankerinvestoren sind Medienberichten zufolge zudem die dänischen Pensionsfonds Pensiondanmark und Sampension beteiligt.