Die Volksbank Mittelhessen wächst weiter. Die Fusion mit der Volksbank Schupbach ist für den 1. Juli 2025 geplant. Vorstände und Aufsichtsräte sind sich bereits einig. Die notwendigen Projektarbeiten sollen nach Angaben des Instituts im Januar beginnen.
Nun müssen nur noch die Vertreterversammlung der Volksbank Mittelhessen und die Generalversammlung der Volksbank Schupbach zustimmen. Beide Organe wollen im ersten Halbjahr 2025 über den Fusionsvertrag abstimmen. Das meldet die Volksbank Mittelhessen in einer Pressemitteilung vom 12. Dezember.
Nur wenige Tage später meldet das Institut eine weitere Fusion: Sie wird auch die Volksbank Feldatal kaufen. Vorstände und Aufsichtsräte sind sich einig. Nach der Zustimmung der Mitglieder der Volksbank Feldatal Ende April steht nur noch die Vertreterversammlung der Volksbank Mittelhessen aus. Der Zusammenschluss soll diesmal schon rückwirkend zum 1. Januar gelten.
Bereits durch den Zusammenschluss mit dem VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg war die Volksbank Mittelhessen auf dem Weg in die Top Ten der Genossenschaftsbanken. Durch die angekündigten Fusionen wird das Institut noch größer. Ende 2024 erreichte es Platz 11 in der Liste der größten Volks- und Raiffeisenbanken (nach Bilanzsumme).
Fusionsdruck durch Regulierung
Vorstandssprecher der Volksbank Mittelhessen Lars Witteck nennt allerdings einen anderen Grund für die Fusion: Regulierung. Und er kündigt in diesem Atemzug weitere mögliche Übernahmen kleinerer Institute an.
„Wir nehmen wahr, dass es für viele Kolleginnen und Kollegen in Genossenschaftsbanken herausfordernder wird, die an sie gestellten und wachsenden Anforderungen der Bankenaufsicht zu erfüllen. Deshalb sind wir offen für Gespräche und Fusionsanfragen, um unsere Ressourcen und Stärken in der Region weiter zu bündeln und auch kleineren Häusern mit unserer Expertise und Leistungsfähigkeit zur Seite zu stehen“, so Witteck.
Wolfgang Behr, Vorstand der Volksbank Schupbach bestätigt: „Die Rahmenbedingungen für kleine Banken werden durch die dynamisch weiter steigenden aufsichtsrechtlichen Vorgaben immer schwieriger.“
Sein Geschäftsmodell unterscheide sich zwar zu dem großer Banken, die Regulierung unterscheide jedoch kaum. „Dem mit einer kleinen Belegschaft in einem kleinen Geschäftsgebiet gerecht zu werden, wird für uns immer komplizierter“, sagt Behr.
„Die Regulatorik hat ein Ausmaß angenommen, das insbesondere für kleine Häuser kaum noch zu verkraften ist“, stimmt Günter Benda, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Feldatal, zu.
Keine Änderung für Kunden und Angestellte
Damit ist die Volksbank Schupbach nicht allein. Steigender Regulierungsdruck ist einer der Hauptgründe für Fusionen zwischen Volksbanken, wie aus einer Erhebung unter Volks- und Raiffeisenbanken hervorgeht.
Für Kunden und Beschäftigte der beiden kleineren Volksbanken ändert sich nach Angaben der Volksbank Mittelhessen durch die Fusion nichts. Die Geschäftsstellen blieben bestehen und für die Mitarbeiter gebe es eine Beschäftigungsgarantie.
Über die Volksbank Schupbach, die Volksbank Feldatal und die Volksbank Mittelhessen
Die Volksbank Schupbach wurde 1863 durch Schupbacher, Obertiefenbacher und Gaudernbacher Bürger gegründet. Heute betreibt sie zwei Geschäftsstellen in Schupbach und Obertiefenbach. 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen die rund 5.000 Kunden in der Region rund um Beselich. Die Bank hat aktuell 1.772 Genossenschaftsmitglieder. Die Bilanzsumme erreichte im Jahr 2023 rund 150 Millionen Euro.
Die Volksbank Feldatal ist als selbständiges genossenschaftliches Unternehmen seit mehr als 125 Jahren in Feldatal und Schwalmtal tätig, wo sie zwei Geschäftsstellen betreibt. Zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen die 2.296 Kunden. Die Bank hat 1.175 Genossenschaftsmitglieder. Die Bilanzsumme erreichte im Jahr 2023 rund 74,5 Millionen Euro.
Mit einer Bilanzsumme von rund 10,8 Milliarden Euro gehört die Volksbank Mittelhessen zu den größten Genossenschaftsbanken in Deutschland. Sie betreut rund 345.000 Kunden und hat derzeit 197.230 Genossenschaftsmitglieder. Zum 31. Dezember 2023 betrieb die Volksbank Mittelhessen insgesamt 67 Geschäftsstellen und beschäftigte 1.077 Mitarbeiter in der Bank und rund 200 weitere in Tochtergesellschaften. Auch im Private Banking ist die Volksbank Mittelhessen aktiv. Leiter der Abteilung Private Banking ist Boris Müller.
