Analyse der Top 200 Genossenschaftsbanken Wie Bankvorstände ihre Rolle als Leuchttürme auf Linkedin annehmen

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In Summe wirkt der Output der Vorstandsmitglieder zwar hoch. So haben die 286 Vorstandsmitglieder innerhalb von einem Jahr in Summe 3.256 Beiträge abgesetzt. Pro Mitglied heißt dies aber, dass jedes weniger als einen Post pro Monat veröffentlicht. Diese geringe Aktivität setzt sich der Betrachtung der weiteren Output-Möglichkeiten fort. Hier wurden insgesamt nur 30 Artikel und 24 Dokumente geteilt – über den gesamten aktiven Zeitraum. Nur acht Mitglieder nutzen überhaupt die Artikel-Funktion, 13 die Funktion Dokumente teilen. Ein Hinweis, dass Vorstandsmitglieder der großen Genossenschaftsbanken kaum von ihrer Leuchtturmfunktion Gebrauch machen.

Dieser Eindruck verstärkt sich, wenn Mitglieder betrachtet werden, die auf der Plattform besonders aktiv sind. So setzten von den 286 Aktiven nur 34 mehr als zwei Beiträge, 25 mehr als drei Beiträge im Monat und nur 15 (5 %) wöchentlich einen Beitrag ab. Der Spitzenreiter hat innerhalb des vergangenen Jahres 340 Beiträge, die Nachfolger 172 und 169 geteilt. Die Summe der Mitglieder, die keinen einzigen Beitrag teilen beträgt 119 (41 %). Das macht deutlich, welche Potenziale noch im Bereich Social Media schlummern.

 

Die Beiträge, die von den Vorstandsmitgliedern geteilt werden, können verschiedenen Kategorien zugeordnet werden. Grundsätzlich unterscheiden sich die Beiträge in selbst erstellte und fremde, die von den Account-Besitzern unbearbeitet geteilt werden und auch entsprechend gekennzeichnet sind. Im Durchschnitt sind 48 Prozent der Beiträge aus eigener Feder. Ein Großteil davon (45 %) steht eng in Zusammenhang mit der Bank (Mitgliederversammlungen, Workshops). Nur 8 Prozent der eigenen Beiträge haben einen Dienstleistungs-Bezug. Somit werden Leistungen der Bank wenig in den Fokus gestellt. Etwas stärker (10 %) werden Beiträge mit Karriere-Bezug (meist Stellenangebote) mit dem Netzwerk geteilt. Persönlichen Charakter besitzen 16 Prozent der eigenen Beiträge. Dies zeigt, dass Vorstandsmitglieder auf der Plattform durchaus nahbar und informal auftreten.

Klassifizierung und Bewertung des Linkedin-Auftritts

Um die Aktivität der Vorstandsmitglieder der Top 200 Genossenschaftsbanken auf Linekdin zu bewerten, können zwei Kennzahlen genutzt werden. Zum einen die Mitglieder-Attraktivität des Vorstandsmitgliedes: Hierbei wird die Anzahl an Followern des einzelnen Vorstandsmitgliedes ins Verhältnis gesetzt zu der Anzahl an Genossinnen und Genossen der Bank. Damit lässt sich ableiten, wie stark Vorstände es schaffen, sich mit ihren Mitgliedern zu vernetzen.

Zum anderen die Arbeitgeber-Attraktivität: Dabei wird das Verhältnis zwischen den Followern des Vorstandsmitgliedes und der Anzahl der Beschäftigten der jeweiligen Bank bestimmt. Dies erlaubt eine Aussage, wie stark Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Vorstandmitglied verbunden sind.

Mithilfe der jeweiligen Durchschnittsgrößen der Kennzahlen Mitglieder- (3,7 %) und Arbeitgeber-Attraktivität (159,6 %) lässt sich eine vier-Felder-Matrix aufspannen. Zu der Top-Gruppe, die in beiden Kategorien überdurchschnittlich liegen, gehören insgesamt 15 Personen. Diese können als Leuchttürme aller Genossenschaftsbanken tituliert werden. Von diesen 15 Personen sind 6 in kirchlich geprägten Banken Vorstandsmitglied. Von Interesse ist, dass die Top-Gruppe deutlich mehr Beiträge teilt als der Gesamtdurchschnitt: 72 Beiträge in den letzten 12 Monaten. Auch die Art der Beiträge ist geprägt durch mehr selbst erstellte Beiträge (= 83 %) und mehr Beiträge mit einem persönlicheren Charakter (20 %).

Vorstände Volksbanken Linkedin

Die Analyse der Aktivität von Vorstandsmitgliedern von Genossenschaftsbanken auf Linkedin zeigt, dass die Leuchtturmfunktion im digitalen Raum noch ausbaufähig ist. Sowohl die Anzahl der Leuchttürme, als auch die Strahlkraft gilt es zu verstärken, um Mitglieder, Genossinnen und Genossen, Beschäftigte und Interessierte – Presse oder Kunden und potenzielle neue Mitarbeitende – besser zu erreichen.


Über den Autor:

Constantin Schubart ist

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