Volatilität Intelligente ETFs minimieren Zins- und Durationsrisiken

 Dr. Stephanie Lang ist seit 2008 als Investment Strategist für iShares-Produkte bei Blackrock tätig

Dr. Stephanie Lang ist seit 2008 als Investment Strategist für iShares-Produkte bei Blackrock tätig

Die Wertentwicklung von Unternehmensanleihen hängt in hohem Maße von den jeweiligen Zinsen der zugrundeliegenden Benchmark ab. Euro-Papiere mit Investment-Grade-Status richten sich beispielsweise stark nach dem Ertragsniveau deutscher Staatsanleihen. Im August 2014 fielen die Renditen zehnjähriger Papiere erstmals unter die Ein-Prozent-Grenze und verzeichnen seitdem eine erhöhte Volatilität. Ausgehend von ihrem Tiefstand bei 0,07 Prozent Mitte April dieses Jahres schnellte die Rendite in nur sechs Wochen auf ein Prozent.

Die steigende Zins- und Kursvolatilität von Unternehmensanleihen kann Anlegern, die die Duration steuern wollen, Chancen bieten. Für andere stellt sie ein Risiko dar. Durch ETFs, die gegen das zugrundeliegende Zinsrisiko von Unternehmensanleihen abgesichert sind, können beide Anlagestrategien umgesetzt werden.

Entsprechende ETFs umfassen eine Long-Position in Investment-Grade-Unternehmensanleihen und mindern das Zinsrisiko durch Short-Positionen in Futures-Kontrakten auf Staatsanleihen. Die Duration wird auf diese Weise auf monatlicher Basis auf null reduziert. Ein Beispiel ist der Barclays EUR Corporate Interest Rate Hedged Index. Er soll die potenzielle Überrendite von Euro-Unternehmensanleihen gegenüber Bundesanleihen abschöpfen.

Das Risiko der Corporates wird durch den Verkauf eines Korbs von Futures-Kontrakten auf deutsche Staatspapiere isoliert. Der Korb wird monatlich so gewichtet, dass er mit der Duration des Barclays Euro Corporate Index übereinstimmt.

Kurzläufer als Alternative

Des Weiteren gibt es ETFs auf Unternehmensanleihen, die sich auf eine kurze oder gar ultrakurze Duration fokussieren. Der Anleger kann davon profitieren, da:
  1. das Zinsrisiko durch Verkürzung der Duration gemindert wird,
  2. die Barmittel im aktuellen Niedrigzinsumfeld effizient genutzt werden,
  3. das Kreditrisiko breit über verschiedene Sektoren gestreut wird, und
  4. es möglich ist, rasch zwischen Fonds mit langer, kurzer und ultrakurzer Fälligkeit zu wechseln. Anlegerkönnen die Duration so steuern.
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Über die Autorin:
Stephanie Lang ist seit 2008 als Investment Strategist für iShare-Produkte von Blackrock tätig. Bereits nach ihrem Studium - Finanzierung, Marketing und Statistik - beschäftigte sie sich als wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Finanzdienstleistungen der Universität Regensburg in empirischen Studien und ihrer Doktorarbeit schwerpunktmäßig mit dem Thema ETFs.