Paulina Vogel Mit 24 einen 40-Millionen-Fonds – und dann zurück ins Ruhrgebiet

Paulina Vogel spricht über ihre Erfahrungen im Jänsch Family Office und die VC-Welt

Paulina Vogel spricht über ihre Erfahrungen im Jänsch Family Office und die VC-Welt Bildquelle: Edelstoff Media

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Externe Inhalte anpassen

An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der unseren Artikel ergänzt. Sie können sich die externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen. Die eingebundene externe Seite setzt, wenn Sie den Inhalt einblenden, selbstständig Cookies, worauf wir keinen Einfluss haben.

Externen Inhalt einmal anzeigen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt und Cookies von diesen Drittplattformen gesetzt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Als Paulina Vogel zuletzt in die USA einreiste, landete sie im zweiten Raum. Nicht wegen Sicherheitsbedenken, sondern weil die Beamtin nicht verstand, was sie beruflich macht. Und Vogel selbst hatte darauf keine schnelle Antwort: Forbes-30-under-30-Listenmitglied, CFA-Inhaberin, Family-Office-Leiterin, VC-Gründerin, Doktorandin – alles gleichzeitig, mit Ende zwanzig.

Mit 24 hat sie gemeinsam mit ihrem Mann, den sie während des Finanzstudiums in Barcelona kennenlernte, den Impact-Fonds Leanox aufgesetzt. Investitionsziel: 40 Millionen Euro. Fokus: nachhaltige Start-ups und Gender Parity. Klingt nach einem LinkedIn-Profil, das man nicht glauben will. Aber hinter der Vita steckt eine ungewöhnlich nüchterne Haltung zum Start-up-Hype.

 

Start-up-Zahlen aus Hogwarts

Vogel investiert in elf Start-ups – von einem Unternehmen, das Menstruationsblut analysiert, bis zur Apothekerin, die Intimcremes für Frauen zur echten Lifestylemarke gemacht hat. Ihr Urteil beim Investment-Prozess ist schonungslos direkt: „Die Zahlen machen bei einem Start-up immer Sinn, weil sie super fiktiv sind und einfach dahin gezaubert." Wer ihr gegenübersitzt und schlechte Zahlen hat, kann es gleich lassen. Aber wer gute Zahlen hat, hat damit noch gar nichts bewiesen. Entscheidend ist für sie: Versteht das Team das Problem wirklich? Oder verliebt es sich in seine eigene Lösung?

Ein Investment ist bereits gescheitert – ein Gründer mit großem Charme und Verkaufstalent, der ein Jahr nach der Finanzierung den mentalen Druck nicht mehr aushielt und aufgab. „Die ehrlichsten Gespräche kommen immer nach dem Investieren“, sagt Vogel. Eine Lektion, die teuer war.

50 Prozent Gründerinnen – aber nicht wegen Quoten

Nur zwei Prozent des weltweiten VC-Geldes fließt in rein von Frauen geführte Start-ups. Leanox hat 50 Prozent Gründerinnen im Portfolio – nicht als Selbstzweck, sondern weil Vogel daran glaubt, dass schlaue Gründerinnen einfach zu wenig Zugang zu den richtigen Investoren haben. Andere VCs fragten sie regelmäßig, warum Frauen nicht zu ihnen kämen. Ihre Antwort: Weil ihr als Marke nicht attraktiv genug seid.

Gleichzeitig macht sie klar: Auch bei ihr hörte der Großteil der Gründerinnen, die sich vorstellten, ein Nein. „Wir haben aufgehört, Leute von Impact zu überzeugen."

 

Die steilste These zur Gründerinnenförderung

Ihre provokanteste Zwischenthese aus der laufenden Dissertation: Die meisten Events zur Gründungsförderung von Frauen sind „schlecht investiertes Geld – pures Marketing.“ Wer auf solchen Veranstaltungen die echten Entscheider suche, finde meist nur Praktikanten mit einem Glas Wein in der Ecke.

Heute läuft Leanox nicht mehr als eigenständiger Fonds, sondern als VC-Arm des Family Offices der Familie Jänsch in Essen. Der Ruf nach Essen kam aus persönlichen Gründen. Und nach Jahren in Berlin und Barcelona sagt Vogel: Das Ruhrgebiet erdet. Mittelstandsbetriebe mit 150-jährigen Cashflows bringen Unicorn-Bewertungen wieder in Relation.

Ob der Weg zurück ins Ruhrgebiet der richtige war, was aus den elf Portfolio-Unternehmen wird – und was Vogel einer 22-Jährigen rät, die in die Startup-Welt will: Das erzählt sie im Podcast.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen

Mehr zum Thema

nach oben