Mario Timpanaro von Aquis Capital, Betreuer des Lumen Vietnam Fonds, spricht auf dem Private Banking Kongress zur wirtschaftlichen Lage Vietnams und die Auswirkungen globaler Zinsentwicklungen.
Timpanaro betont die Unabhängigkeit der vietnamesischen Wirtschaftspolitik von US-Zinsentscheidungen. Vietnam verzeichnet derzeit historisch niedrige Zinsen von 4 bis 5 Prozent bei einem Wirtschaftswachstum von über 6 Prozent. Die Regierung strebt einen Balanceakt zwischen Wachstum und Inflationskontrolle an
Im Bankensektor sieht Timpanaro Herausforderungen durch steigende Zinsen, insbesondere im Immobilienbereich. Er erwartet mögliche Probleme bei Krediten für Wohneigentum. Der Versicherungssektor könnte hingegen von höheren Zinsen profitieren.
Timpanaro hebt die konservative Aufstellung Vietnams im Vergleich zu China hervor. Die vietnamesische Regierung habe aus früheren Krisen gelernt und den Anteil notleidender Kredite von 8,6 auf etwa 2 Prozent reduziert.
Der von Timpanaro betreute Fonds erzielte seit März 2012 eine durchschnittliche jährliche Rendite von gut 10 Prozent. Aktuell hält der Fonds einen Cash-Anteil von 16 Prozent, wovon 11 Prozent kurzfristig zu 4,5 Prozent Zinsen angelegt sind.
Bezüglich des Markteinstiegs für Anleger deutet Timpanaro an, dass Ende Oktober möglicherweise ein günstiger Zeitpunkt sein könnte. Er weist aber auch darauf hin, dass solche Prognosen selbstverständlich keine Garantie haben.