Vielfältig, praktisch, gut Die besten Mischfonds nach Sharpe Ratio

Klassenzimmer auf Madagaskar: Aroma-Hersteller Symrise baut auf der Insel Nahrungsmittel an und unterstützt diese Schule. Die Anleihe des Holzmindener Unternehmens gehört zu den größten Anlagen des Mischfonds IP White. | © Symrise

Klassenzimmer auf Madagaskar: Aroma-Hersteller Symrise baut auf der Insel Nahrungsmittel an und unterstützt diese Schule. Die Anleihe des Holzmindener Unternehmens gehört zu den größten Anlagen des Mischfonds IP White. Foto: Symrise

An Unsicherheit herrscht zurzeit kein Mangel. Die USA drohen mit Handelskrieg, in Nahost lodert vielerorts die Gewalt, und die führenden Notenbanken verbreiten Zinsängste. Das geht an den Kapitalmärkten nicht spurlos vorüber. Der weltweite Aktienindex MSCI World beispielsweise tritt seit Beginn des Jahres nur noch kräftig schwankend auf der Stelle. Der Volatilitätsindex Vix, häufig als Fieberthermometer der Finanzmärkte bezeichnet, notiert zurzeit 27 Prozent höher als noch ein Jahr zuvor. Der Anleihemarkt steht dem kaum nach. So sank der Index für deutsche Staatsanleihen, der Rex-P, erst von Dezember 2017 bis in den Februar hinein, nur um in den zurückliegenden Wochen einen großen Teil seiner Verluste ebenso schnell wieder wettzumachen.

Investoren finden eine komplexe Gemengelage vor, die eine geschickte Allokation des Vermögens auf unterschiedliche Anlageklassen wie zuvorderst Aktien und Anleihen erfordert. Genau das nehmen Mischfonds für sich in Anspruch. Da sich die Anlageklassen häufig in entgegengesetzte Richtungen entwickeln, sollen sie Abschwünge wechselseitig mildern und so für eine ruhige Wertentwicklung sorgen. Die volle Rendite eines Aktien-Bullenmarkts können Anleger auf diese Wei- se zwar nicht einstreichen, herbe Verluste sollten ihnen aber erspart bleiben.

Zu den Fonds, denen das am besten gelingt, gehört der M&G Optimal Income des britischen Anbieters M&G. Das zeigt sich nicht zuletzt in dem gigantischen Fondsvolumen von mehr als 27 Milliarden Euro, das Manager Richard Woolnough verteilen muss. Beim Flaggschiff-Fonds von M&G handelt es sich nach Lesart des Anbieters eigentlich um einen Rentenfonds. Da die Anlagestrategie Woolnough aber erlaubt, bis zu ein Fünftel des Geldes in Aktien zu stecken, führen Research-Häuser wie Morningstar den Fonds als defensiven Mischfonds.

Tatsächlich investiert der erfahrene Fondsmanager derzeit 6,5 Prozent am Aktienmarkt. Das Engagement ist keineswegs selbstverständlich. Erst seit Sommer 2016 – zuvor waren Aktien zwei Jahre Fehlanzeige im Portfolio – hat Woolnough deren Quote wieder sukzessive erhöht. Dabei bevorzugt der Profi den Finanzsektor mit einem Anteil von 42 Prozent.

Auf der Anleiheseite sind Banken ebenfalls wohlgelitten, auch wenn Staatsanleihen die Top-Positionen des Fonds dominieren. „Generell gilt, dass zunehmende Inflation zu steigenden Zinsen und einer steilen Zinsstrukturkurve führen sollten, was den Gewinnen der Banken zugutekommt. Das Zurückfahren der ultralockeren Geldpolitik – zuerst in den USA, dann in Europa – wird dies weiter fördern“, meint der Brite. Angesichts dieses Rückenwinds hätten es viele Institute nicht mehr verdient, unter ihrem Buchwert gehandelt zu werden.

Dass Woolnough der Spagat zwischen vorzeigbarer Performance und stabilem Kursverlauf gelingt, können Investoren an der Sharpe Ratio ablesen. Die Kennziffer drückt aus, wie ein Investment Anleger für die Risiken entlohnt, die sie dabei eingehen. Dazu setzt sie die erzielte Rendite jenseits des als risikofrei angenommenen Zinses ins Verhältnis zu der Volatilität. Morningstar weist für den M&G Optimal Income in der US-Dollar-Tranche einen Wert von 1,14 aus. Zwar entwickelte sich der Fonds in den zurückliegenden drei Jahren mit 2,7 Prozent jährlichem Zuwachs eher gemütlich, dafür schwankt er aber nur moderat. Unter den Fonds mit der höchsten Sharpe Ratio (siehe Tabelle) liegen die 7,5 Prozent Volatilität der M&G-Offerte im Mittelfeld.

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Anm. d. Redaktion: Die aufgeführten Anlageklassen der beiden Legg-Mason-Fonds sind versehentlich mit der falschen ISIN angegeben. Für den Multi Asset Euro Balance lautet die ISIN IE00BQQPSJ58. Der Multi Asset Euro Conservative hat die ISIN IE00BQQPS958. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.
Stand: 24. Mai 2018, sortiert nach Sharpe Ratio Quelle: Morningstar

Noch stärker zeigt sich in dieser Disziplin der 4Q-Special Income. Eine Volatilität von 3,2 Prozent gehört zu den absoluten Spitzenwerten bei Mischfonds. Und das bei großer Konkurrenz: Morningstar listet aktuell mehr als 5.800 Fonds inklusive Anteilsklassen. „Die stabile Entwicklung des Fonds basiert auf unserem Risikomodell und einer tief greifenden Unternehmensanalyse, bei der wir uns auf Titel aus den Branchen Industrie, Technologie und Energiewirtschaft konzentrieren“, sagt  Fondsmanager Dirk Sammüller von TBF Global Asset Management.

Gemeinsam mit Unternehmensgründer Peter Dreide bestückt Sammüller das Portfolio international. Da die Fondsmanager das Gewicht der unterschiedlichen Anlageklassen frei bestimmen können, zählt Morningstar das Produkt zu den flexiblen Mischfonds. Mit 4,3 Prozent jährlicher Rendite seit Mai 2015 kommt das Portfolio auf eine Sharpe Ratio von 1,34.