Video-Interview mit Peter Nielsen von Danske Invest „Dividendenaktien halten Turbulenzen an den Märkten stand“

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Aktien, die zu den Dividendenaktien zählen, konnten die jüngsten Schwankungen weniger anhaben. Denn „grundsätzlich kann man folgendes Muster erkennen: In volatilen Märkten erleiden Dividendenaktien weniger Verluste als Aktien, die nicht in diese Kategorie fallen“, erklärt Nielsen.

Der Danske Invest Europe High Dividend Fund ist seit Jahresbeginn um 4,7 Prozent gefallen, während der breite europäische Aktienmarkt gemessen am Referenzindex MSCI Europe um 12 Prozent einbrach.

Es gibt unterschiedliche Definitionen von Dividendenaktien. Für Nielsen ist dies eine Aktie, die mindestens 3 Prozent ihres Aktienkurses im Jahr ausschüttet. Dividendenaktien sind darüber hinaus Aktien von Unternehmen, die häufig schon etablierter sind und einen Großteil ihres Überschusses in Form von Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten können. Generell handelt es sich um Unternehmen mit relativ stabilen Gewinnen, bei denen der Anleger einen relativ großen Anteil an der Rendite als Ausschüttung erhält. Darüber hinaus konzentrieren sich diese Unternehmen darauf, ihre Ausschüttungen von Jahr zu Jahr sicherzustellen.

Erhöhte Nachfrage in unsicheren Zeiten

Nielsen weist im Video-Interview auch auf die Marktentwicklung Anfang 2015 hin, als die globalen Aktienmärkte stiegen. Die Europäische Zentralbank (EZB) unterstützte die Märkte mit einer Ausweitung ihrer lockeren Geldpolitik. Infolgedessen gab es die weitverbreitete Ansicht, es würde in den USA aufwärts gehen und die Wirtschaft in China sei unter Kontrolle.

„Wenn solche Ansichten vorherrschen, investieren Anleger im Allgemeinen am liebsten in Aktien von Unternehmen, die großes Wachstumspotenzial erahnen lassen und die einen Aufschwung für Investitionen nutzen”, erläutert der Fondsmanager. „Aber bereits im Frühjahr kamen erneut Sorgen über die globale Wirtschaftslage auf, und die Nachfrage nach Dividendenaktien stieg im Verhältnis zum allgemeinen Aktienmarkt wieder an.“

Stabile Titel mit Schutzfunktion

Wenn großes Vertrauen in die Konjunktur herrscht, werden Dividendenaktien tendenziell „links liegen gelassen” und ihr Kursanstieg fällt oft geringer aus als bei Wachstumsaktien, so Nielsen weiter. „Im Gegensatz dazu haben Dividendentitel den Vorteil, dass sie in einem unsicheren Marktumfeld im Allgemeinen besser abschneiden. Die relativ hohe Stabilität der Gewinne von Dividendenzahlern bietet einen größeren Schutz, wenn die Aktienmärkte unter Druck stehen.“

Die jüngste Nervosität im Hinblick auf den Ölpreis und die Energieunternehmen habe aber auch einen Teil der Dividendenaktien negativ beeinflusst, „da viele Energieunternehmen zu den Dividendenzahlern gehören. Deshalb ist es wichtig, die Unternehmen herauszufiltern, die ihre attraktiven Dividendenausschüttungen weiterhin beibehalten können.”