Credit-Suisse-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner „US-Kunden haben vom Bankgeheimnis in der Schweiz profitiert“

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Für die zweitgrößte Schweizer Bank Credit Suisse Group ist die Lösung des Steuerstreits mit den USA “eines der vordringlichsten Probleme”, wie Verwaltungsratspräsident Urs Rohner erklärt.

“Wir setzen alles daran, diesen Fall innerhalb des vorgegebenen US- und schweizerischen Rechtsrahmens bestmöglich und zeitgerecht zu lösen, damit wir die Neuausrichtung unserer Bank erfolgreich vorantreiben können”, erklärte Rohner laut Redetext auf der Hauptversammlung der Bank am Freitag in Zürich.

Seit mehr als drei Jahren ermitteln die USA gegen die Credit Suisse wegen Vorwürfen, die Bank habe amerikanischen Kunden geholfen Steuern zu hinterziehen. Jetzt drängen die Behörden auf ein Schuldeingeständnis der Muttergesellschaft, wie diese Woche aus informierten Kreisen verlautete. Ein solches Vorgehen gegen die Credit Suisse könnte Kunden der Bank sowie andere Banken, die mit der Credit Suisse Geschäftsbeziehungen unterhalten, aufschrecken, sagen Anwälte. In dem Zusammenhang dürfte der Bank eine Strafzahlung von bis zu 1,6 Milliarden Dollar drohen, wie eine mit den Vorgängen vertraute Person berichtete.

Die Credit Suisse könne “nicht bestreiten, dass auch US-Kunden vom Bankgeheimnis in der Schweiz profitiert haben, um unversteuerte Vermögen anzulegen”, führte Rohner aus. “Soweit Fehler der Bank vorliegen, muss sie dafür die Verantwortung übernehmen.” Da es sich um ein laufendes Verfahren handle, könne er nicht auf Einzelheiten eingehen, sagte der Verwaltungsratschef.

Vorstandschef Brady Dougan sagte in seiner für die Hauptversammlung vorbereiteten Rede, die Bank setze alles daran, im Steuerstreit zu einer Lösung zu kommen. “Wir wollen diese Angelegenheiten so schnell als möglich lösen, um die damit verbundenen Unsicherheiten zu beseitigen. Dabei sind wir bestrebt, eine tragbare Lösung zu finden, um die Vergangenheit zu bereinigen”, betonte er.