„Vertiefte Zusammenarbeit“ Vontobel übernimmt Raiffeisen-Tochter Vescore

Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Bankengruppe Patrik Gisel (l.) und Vontobel-Geschäftsführer Zeno Staub

Der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisen Bankengruppe Patrik Gisel (l.) und Vontobel-Geschäftsführer Zeno Staub

Die Privatbank Vontobel übernimmt die Fondsgesellschaft Vescore von der Schweizer Raiffeisen Gruppe. Vontobel stärke damit das Geschäft mit nachhaltigen und quantitativen Anlagen, teilt das Unternehmen mit. Die Transaktion soll den Angaben zufolge im dritten Quartal 2016 über die Bühne gehen.

Vescore betreut Kundenvermögen von insgesamt 15 Milliarden Franken, umgerechnet 13,8 Milliarden Euro. Die bisherige Fondstochter der Raiffeisen war im September 2012 aus dem Zusammenschluss von Notenstein Asset Management und Vescore Solutions entstanden.

Vontobel stelle Raiffeisen in Zukunft verstärkt Anlage-Dienstleistungen zur Verfügung, heißt es. Raiffeisen werde sich unterdessen auf Kundenberatung und -betreuung konzentrieren und das Anlagegeschäft weiter ausbauen. Die vertiefte Partnerschaft im Asset Management baue auf der bereits am 9. Februar 2016 vereinbarten weiteren Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen bis Ende 2020 auf und gehe über das Datum hinaus.

Zwist beigelegt

Hintergrund der Ankündigung sind Streitigkeiten beider Unternehmen nach dem Kauf der Privatbank Notenstein durch Raiffeisen 2012. Der damalige Raiffeisen-Vorstandsvorsitzende Pierin Vincenz hatte sein Institut mit strukturierten Produkten des Neuerwerbs ausstatten wollen. Dagegen wehrte sich Vontobel.

Nach dem Spruch eines Schiedsgerichtes Anfang dieses Jahres, das beiden Seiten teilweise Recht gab, hatten sich beide Seiten zusammengerauft und bereits im Februar die weitere Zusammenarbeit vereinbart.

Mit der Übernahme von Vescore durch Vontobel scheinen die Meinungsverschiedenheiten nun geklärt. „Die vertiefte Zusammenarbeit im Asset Management beider Unternehmen mit der klaren Aufgabenverteilung ist der richtige Schritt. Die vertiefte Partnerschaft wird weitere Vorteile für die Kunden wie auch für beide Unternehmen bringen“, sagte Vontobel-Geschäftsführer Zeno Staub.

Die Akquisition wird von Vontobel nach eigenem Bekunden vollständig durch Eigenmittel finanziert und soll ab 2018 Gewinne einfahren. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.