Versicherungen und Pensionseinrichtungen Kommalpha: Analyse der Vermögensverhältnisse von 2005 bis 2021

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Lebensversicherer halten zudem 48 Prozent ihrer Finanzanlage in Investmentfonds. Danach folgen Schuldverschreibungen mit 17 Prozent, 15 Prozent stecken in Krediten. Auch der Einlage-Anteil ist hoch mit elf Prozent.

Die Zeiten von sehr hohem Nettomittelaufkommen bei Versicherungen als größter Anteilseignergruppe im Spezialfondsmarkt scheinen jedoch vorbei zu sein, wenn sich der Trend der letzten vier Jahre fortschreibt. Im Rekordjahr 2015 sammelten Spezialfonds von Versicherungen noch 52,3 Milliarden Euro netto ein, im Jahr 2021 dagegen magere 13 Milliarden Euro. „Unsere Analyse zeigt weiterhin auf, dass Versicherungen seit 2018 auf Jahressicht extrem viel Liquidität aus Spezialfonds entzogen haben“, stellt Clemens Schuerhoff, Vorstand der Kommalpha AG, fest. „Diese findet sich in Allokationen außerhalb des Spezialfondsmantels wieder oder wird für betriebliche und bilanzielle Zwecke eingesetzt“, sagt Schuerhoff.

 

 

 

Das Nettomittelaufkommen von Altersvorsorgeeinrichtungen als zweitgrößte Investorengruppe im Spezialfondsmarkt befindet sich dagegen seit Jahren auf hohem Niveau mit steigender Tendenz. Das Jahr 2021 stellt das Rekordjahr hinsichtlich der Cashflows dar. Sowohl für das Nettomittelaufkommen mit 38,8 Milliarden Euro als auch für die Mittelzuflüsse von frischer Liquidität in Höhe von 76,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zu Versicherungen landet bei Altersvorsorgeeinrichtungen von der dotierten frischen Liquidität deutlich mehr netto in Spezialfonds. Die Anteilscheindynamik ist im Vergleich geringer und Altersvorsorgeeinrichtungen entziehen dem Spezialfondsmarkt deutlich weniger Liquidität als Versicherungen.

Die Sprengkraft der Portfolien verbindlichkeitsorientierter Investoren im Hinblick auf Zinssteigerungen, eingegangene höhere Risiken aufgrund des Renditedilemmas, regulatorischen Druck auch in Richtung ESG-Investments sowie die perspektivische Implosion von Bilanzstrukturen vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wird von Experten und im Rahmen einer Umfrage teilweise kontrovers eingeschätzt. Unterm Strich herrscht aber Zuversicht.

Das Ergebnisdokument umfasst rund 100 Seiten und stellt die genannten Sachverhalte sowie viele weitere Auswertungen detailliert dar. Es kann kostenfrei auf www.kommalpha.com  heruntergeladen werden.