Umfrage plus Analyse Vermögensverwalter positionieren sich mit klarem Übergewicht in Aktien

Markus Jesberger (r.) und Thomas Segura Markus Jesberger (r.) und Thomas Segura

Markus Jesberger (r.) und Thomas Segura Markus Jesberger (r.) und Thomas Segura: Die Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter des Multi Family Office Segura & Jesberger werten die Aktienquoten von Vermögensverwaltern aus. Foto: Segura & Jesberger

Ertragsprognose

Ertragsprognose | © Segura & Jesberger

Die Ergebnisse der Befragung: Die Balken geben die jeweils höchste, die niedrigste und durchschnittliche Schätzung der Teilnehmer an. © Segura & Jesberger

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Die höchste durchschnittliche Ertragserwartung 2022 haben die Verwalter für Aktien. Hier erwarten sie für das neue Jahr im Schnitt 6,9 Prozent Rendite. Auch in der Langfristprognose schätzen die Teilnehmer Aktien als lohnendste Anlageklasse ein, allerdings mit einem etwas geringeren Wert von 6,4 Prozent durchschnittlichem Ertrag pro Jahr. Die Ertragsprognose für alternative Anlagen liegt für 2022 bei 3,8 Prozent, langfristig bei 4,2 Prozent pro Jahr.

Selbst mit den optimistischsten Schätzungen für die Wertentwicklung von Liquidität und Renten wird es nach Einschätzung der Teilnehmer weder 2022 noch langfristig möglich sein, einen realen Kapitalerhalt zu erzielen.

Das unabhängige Multi Family Office Segura & Jesberger befragt jährlich Banken und Vermögensverwalter zu deren Rendite- und Risikoerwartung für die wichtigsten Anlageklassen. Dabei wird der langfristigen Erwartung die Einschätzung der kommenden zwölf Monate gegenübergestellt. Die Erwartungen werden danach mit der Positionierung realer Mandate verglichen.

Teilgenommen haben mehr als 30 Adressen, darunter beispielsweise Bankhaus Spängler, BW-Bank, Hauck Aufhäuser Lampe, HSBC Trinkaus, Julius Bär, Pictet, Reichmuth, SALYTIC, UBS, Vontobel.

Zur Methodik der Positionierungsanalyse

Das Family Office berichtet und kontrolliert individuelle Vermögensverwaltungsmandate mit einem Volumen von 5 bis 50 Millionen Euro pro Mandat. Für die Verwalter besteht die Möglichkeit, sich in einem gegebenen Gewichtungsband zwischen einer Mindestquote und einer Maximalquote für Aktien zu positionieren. Ergänzend wird zwischen der Mindest- und Maximalquote eine neutrale Gewichtung definiert.

Für die Analyse werden zunächst unterschiedliche Mandatsausgestaltungen normiert: Das Mindestgewicht wird mit 0 Prozent, die neutrale Gewichtung mit 50 Prozent und die Maximalgewichtung mit 100 Prozent definiert. Als neutral gewichtet in Aktien gilt, wer sich in einem Band von 2,5 Prozent um die normierte neutrale Aktienquote positioniert. Bei höheren Aktiengewichtungen erfolgt die Eingruppierung als Übergewichtung, darunter als Untergewichtung.

 

Über die Autoren:
Thomas Segura & Markus Jesberger sind Gründer und geschäftsführende Gesellschafter des Multi Family Office Segura & Jesberger. Segura besitzt langjährige Erfahrung aus leitender Position im Private Banking einer Privatbank und als Geschäftsführer eines Family Office.

Jesberger ist seit mehr als 25 Jahren im Private Banking tätig, zuletzt als Family Office-Geschäftsführer und Mitglied des Verwaltungsrats bei verschiedenen europäischen Family Office-Organisationen einer Privatbank.

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