Vermögensverwaltende GmbH Wie Family Offices die Steuerberater entlasten können

Malte Sebald (links) und Simon Janßen von HQ Trust: Family Offices können Steuerberatern die Arbeit erleichtern.

Malte Sebald (links) und Simon Janßen von HQ Trust: Family Offices können Steuerberatern die Arbeit erleichtern. Foto: HQ Trust

Für viele Vermögende ist die Buchhaltung ein Labyrinth aus Zahlen, Gesetzen und komplexen Regelungen. Und wenn das Vermögen über eine vermögensverwaltende GmbH verwaltet wird, erscheint dieses Labyrinth sogar noch undurchdringlicher. Schließlich gibt es hier besondere Anforderungen an die buchhalterische Erfassung von Wertpapiertransaktionen, auf die viele gängige Buchhaltungssysteme nicht ausgelegt sind.

Eine Unterstützung bei der Wertpapierbuchhaltung ist allerdings nicht nur für vermögensverwaltende GmbHs sinnvoll. Auch bei anderen Rechtsformen wie etwa Kommanditgesellschaften oder Stiftungen – unter Umständen sogar im Privatvermögen – kann ein Family Office helfen. Doch der Reihe nach …

Privatvermögen: Mehr als nur Zahlen

Im Privatvermögen ist der Weg zur fertigen Steuererklärung noch vergleichsweise einfach. Im Prinzip verantwortet der Steuerberater die Abstimmung sowie den Übertrag der Zahlen aus den Aufstellungen der Banken beziehungsweise der Vermögensverwalter. Schließlich sind inländische Depotbanken schon aus regulatorischen Gründen darauf ausgerichtet, Privatvermögen korrekt abbilden zu können.

 

Betriebsvermögen: Die hohe Kunst der Buchhaltung

Im Betriebsvermögen, etwa bei einer vermögensverwaltenden GmbH, sind die Anforderungen deutlich höher, auch weil es immer wieder starke Abweichungen zu den Auswertungen der Banken beziehungsweise der Vermögensverwalter geben kann. Ein Beispiel hierfür: Die Verbrauchsfolgeverfahren, wie beispielsweise FIFO – kurz für First-In-First-Out – oder LIFO – kurz für Last-In-First-Out – sind im Handelsrecht zulässig. Beim LIFO-Verfahren geht man etwa davon aus, dass die zuletzt eingelagerten Waren zuerst wieder entnommen werden. Bei Wertpapieren ist dieses Verfahren dagegen ausgeschlossen. Hier greift die Durchschnitts­methode.

Was sich kompliziert anhört, ist es auch – und kann Folgen haben. Kreditinstitute und Depotbanken können die korrekte Bewertungsmethodik teilweise nicht abbilden, was zu falsch ausgewiesenen Veräußerungsergebnissen führen kann. Doch es sind nicht nur die Verbrauchsfolgeverfahren, die nicht immer korrekt ausgewiesen werden.

Die Besonderheiten bei Fondserträgen

Ein weiteres Beispiel aus der Praxis: Die Teilfreistellung bei Fonds, die je nach Rechtsform des Vermögensinhabers abweicht. Die Verbuchung von Fondserträgen klingt zunächst ganz einfach. Die Einkünfte aus Investmentfonds, also etwa Ausschüttungen oder Veräußerungsgewinne, werden im Privatvermögen den Kapitaleinkünften zugeordnet und unterliegen somit der Abgeltungssteuer. Im Betriebsvermögen fließen Betriebseinnahmen zu.

Allerdings werden die Einkünfte des jeweiligen Anlegers als Ausgleich für die steuerliche Belastung auf Fondsebene teilweise von der Einkommensteuer befreit. Diese Teilfreistellung soll eine Doppelbelastung durch eine Besteuerung eines Ertrags sowohl auf Fonds- als auch auf Anlegerebene vermeiden beziehungsweise abmildern. Daher erfolgt eine pauschale Freistellung mit unterschiedlichen Freistellungssätzen.

Der korrekte Umgang mit Fremdwährungsergebnissen

Auch die steuerlich korrekte Behandlung von Fremdwährungsgewinnen sowie -verlusten kann im Zuge der Aufbereitung für die Buchhaltung zu einer Herausforderung werden. Schon die Anforderungen sind kompliziert. Nach bisheriger Regelung waren Fremdwährungsgeschäfte nur im Rahmen der privaten Veräußerungsgeschäfte nach §23 EStG steuerpflichtig. Nach einem Jahr Haltedauer waren die Ergebnisse steuerfrei.