Studie zur Vermögensallokation Vermögen von Milliardären auf Rekordniveau

Studie zur Vermögensallokation
Vermögen von Milliardären auf Rekordniveau
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Schulkinder in der Karibik

Schulkinder in der Karibik: Oxfam zufolge verfestigt sich die Ungleichheit und die Chancen aufzusteigen sinken Bildquelle: Imago Images / Superstock

Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich weiter – und zwar mit zunehmender Geschwindigkeit. Das geht aus den Berechnungen der Entwicklungsorganisation Oxfam hervor, nach denen die Gruppe der Hochvermögenden im Jahr 2025 insgesamt um rund 2,5 Billionen US-Dollar reicher geworden sind. Ihr aktueller Vermögensstand markiert demnach mit 18,3 Billionen US-Dollar einen neuen Höchstwert. Der Zuwachs allein entspricht laut Oxfam dem gesamten Vermögen der ärmeren Hälfte der Weltbevölkerung, also von rund 4,1 Milliarden Menschen.

Das Vermögen der Milliardäre wuchs den Analysten 2025 zufolge um rund 16 Prozent – und damit deutlich schneller als im historischen Durchschnitt. Parallel dazu zählen sie weltweit rund 3,8 Milliarden Menschen in Armut, die mit weniger als umgerechnet 8,30 US-Dollar pro Tag auskommen müssen.

Studie sieht Ungleichheit als Gefahr für Demokratie 

Die Studienautoren von Oxfam sprechen von einer „Dekade der Milliardäre“ und warnen vor einer strukturellen Verschiebung wirtschaftlicher und politischer Macht. Extreme Vermögenskonzentration sei längst nicht mehr nur ein soziales Problem, sondern entwickle sich zu einer ernsthaften Gefahr für demokratische Institutionen. Länder mit hoher Ungleichheit seien deutlich anfälliger für demokratischen Abbau und autoritäre Tendenzen, so die Analyse. 

 

Weiteres Ergebnis der Untersuchung: Wirtschaftliche Ungleichheit übersetzt sich zunehmend in politischen Einfluss. Oxfam verweist darauf, dass Milliardäre ein Vielfaches wahrscheinlicher politische Ämter bekleiden oder politischen Entscheidungsprozessen ihren Stempel aufdrücken als Durchschnittsbürger. Über Parteispenden, Lobbyarbeit, Medienbesitz oder direkte politische Mandate wachse der Einfluss der Superreichen auf Gesetzgebung, Regulierung und öffentliche Meinung. 

Auch Deutschland ist den Oxfam-Autoren zufolge Teil dieser Entwicklung: Hierzulande stieg die Zahl der Milliardäre im vergangenen Jahr um ein Drittel auf 172. Das gesamte Vermögen dieser Gruppe wuchs inflationsbereinigt um rund 30 Prozent auf mehr als 840 Milliarden US-Dollar. Rechnerisch verdient ein deutscher Milliardär damit in weniger als anderthalb Stunden so viel wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im gesamten Jahr. 

Diese Konzentration an der Spitze steht im scharfen Kontrast zur Situation breiter Bevölkerungsschichten. Weltweit sei Armut nach Jahren des Rückgangs wieder auf dem Vormarsch, so die Oxfam-Experten, die Ernährungsunsicherheit nehme zu, öffentliche Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheit oder Wohnraum werden für viele unerschwinglicher. Oxfam sieht darin kein Naturgesetz, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen – etwa bei Steuerpolitik, Regulierung oder der Ausgestaltung sozialer Sicherungssysteme. 

Entsprechend deutlich fallen die Forderungen der Organisation aus: höhere und wirksamere Besteuerung großer Vermögen und Erbschaften, ein stärkeres Vorgehen gegen Steuervermeidung, Investitionen in soziale Infrastruktur sowie international koordinierte Maßnahmen, um der wachsenden Machtkonzentration entgegenzuwirken. Andernfalls, so die Warnung, drohe sich eine oligarchische Wirtschaftsordnung weiter zu verfestigen – mit langfristigen Folgen für Wachstum, gesellschaftlichen Zusammenhalt und demokratische Stabilität.

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