Alternative Investments Vermögensverwalter investieren 2026 mehr in Private Markets

Sebastian Schu, Leiter des Deutschland- und Österreich-Geschäfts im Client-Solutions-Team bei Hamilton Lane

Sebastian Schu, Leiter des Deutschland- und Österreich-Geschäfts im Client-Solutions-Team bei Hamilton Lane Bildquelle: Hamilton Lane

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Vermögensberater weltweit planen ihre Allokationen in Private Markets deutlich zu erhöhen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Hamilton Lane, für die 390 Vermögensberater befragt wurden. 86 Prozent der Befragten gaben an, ihre Private-Markets-Allokationen im laufenden Jahr steigern zu wollen.

Die Umfrage zeigt: Private Markets haben sich als fester Bestandteil in den Portfolios vermögender Anleger etabliert. 59 Prozent der Berater begründen ihre geplanten Allokationserhöhungen damit, ihre Portfolios optimieren zu wollen. Weitere wichtige Motive sind die Wettbewerbspositionierung (48 Prozent), die Kundennachfrage (46 Prozent) sowie die Verfügbarkeit geeigneter Produkte (45 Prozent). Die Marktvolatilität spielt mit 41 Prozent eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.

Venture Capital und Infrastruktur als Wachstumstreiber

Für 2026 zeichnet sich eine klare Präferenz ab: 47 Prozent der Befragten planen, ihre Allokation in Venture Capital und Growth zu erhöhen – der höchste Wert aller Strategien. Knapp dahinter folgt Infrastruktur mit 46 Prozent. Private Equity soll bei 44 Prozent der Berater wachsen, Private Real Estate bei 43 Prozent. Private Credit liegt mit 36 Prozent am unteren Ende der Wachstumspläne, wobei 37 Prozent der Befragten ihre Allokation in diesem Bereich sogar reduzieren wollen.

Die durchschnittliche Allokation zum Zeitpunkt der Umfrage verteilt sich wie folgt:

Millennials zeigen größtes Interesse

Die Nachfrage nach Private Markets variiert deutlich zwischen den Generationen. 55 Prozent der Vermögensberater berichten, dass Millennials (30 bis 45 Jahre) das größte Interesse zeigen. Bei der Generation X (46 bis 61 Jahre) ist das Interesse deutlich geringer, bei Baby Boomern und der Silent Generation (über 61 Jahre) am niedrigsten. Die Generation Z (unter 30 Jahre) spielt bislang eine untergeordnete Rolle.

Kunden empfinden Risiko-Rendite-Verhältnis moderat

Für Kunden sind Performance (28 Prozent) und Diversifikation (28 Prozent) die wichtigsten Gründe, in Private Markets zu investieren. Der Zugang zu exklusiven Anlagen, die der breiten Öffentlichkeit nicht zur Verfügung stehen, folgt mit 25 Prozent auf Platz drei. Das Sektorengagement spielt mit 19 Prozent eine geringere Rolle.

Bemerkenswert: 83 Prozent der Kunden bewerten das Risiko-Rendite-Verhältnis von Private Markets als gleich hoch oder niedriger im Vergleich zu öffentlichen Märkten. Nur 17 Prozent sehen ein höheres Risiko. 53 Prozent der Befragten gaben an, dass Risiko und Rendite ähnlich seien, während 30 Prozent die Rendite bei Private Markets als höher einschätzen.

Sebastian Schu, Leiter des Deutschland- und Österreich-Geschäfts im Client-Solutions-Team bei Hamilton Lane, kommentiert: „In diesem Jahr war eine Verlagerung der Prioritäten bei den vermögenden Privatanlegern und ihren Beratern hin zum Aufbau widerstandsfähigerer Portfolios zu beobachten. Die Ergebnisse der Umfrage spiegeln wider, was wir aktuell im Markt wahrnehmen: Private Markets werden heute unter einer differenzierteren Risiko-Ertrags-Abwägung betrachtet.“  

 

Bildung steigert Kundeninteresse deutlich

Ein zentrales Ergebnis der Studie: Aufklärung wirkt. 81 Prozent der Vermögensberater berichten, dass die Wissensvermittlung über Private Markets das Kundeninteresse deutlich steigert. 58 Prozent beobachteten einen signifikanten Anstieg, 23 Prozent einen moderaten Zuwachs.

Die größte Wissenslücke bei Kunden betrifft die verfügbaren Produkte wie Evergreen-Fonds (61 Prozent). Weitere wichtige Themen sind Liquiditätsbeschränkungen (56 Prozent), Trends in spezifischen Bereichen wie Private Equity oder Infrastruktur (44 Prozent) sowie die zugrunde liegenden Deals (43 Prozent).

Reputation und Kundenbeziehungen profitieren

Die Bereitstellung von Private-Markets-Zugang zahlt sich für Vermögensberater aus. Viele Befragte berichten, dass dies ihre Reputation als zukunftsorientierte Berater verbessert und ihnen ermöglicht, proaktiv kreative Anlagealternativen anzubieten. Zudem helfen Private-Markets-Investitionen, diversifizierte, hochwertige Portfolios zu erstellen, die auf die langfristigen Ziele der Kunden zugeschnitten sind.

Die Umfrage wurde zwischen Oktober und November 2025 durchgeführt. Hamilton Lane befragte 390 Vermögensberater aus verschiedenen Regionen, darunter Nord- und Südamerika, Asien, Europa und der Nahe Osten. Die Befragten repräsentieren unterschiedliche Firmengrößen, Familienstrukturen und Vermögensklassen. Das verwaltete Vermögen reicht von unter 100 Millionen US-Dollar bis über eine Milliarde US-Dollar.

Die Studienergebnisse können Sie hier einsehen.

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