Verantwortliche bei HQ Trust „Wir entwickeln uns mit dem Mandantenwunsch“

Adalbert Freiherr von Uckermann (l.), Geschäftsführer des Multi Family Office HQ Trust und Senior-Kundenbetreuer Sebastian Winters | © Jochen Rolfes

Adalbert Freiherr von Uckermann (l.), Geschäftsführer des Multi Family Office HQ Trust und Senior-Kundenbetreuer Sebastian Winters Foto: Jochen Rolfes

private banking magazin: Im April 2015 eröffnete HQ Trust in Düsseldorf seine erste Niederlassung neben dem Hauptsitz in Bad Homburg. Kommt da noch mehr?

Adalbert von Uckermann: Das wollen wir nicht ausschließen, forcieren aber auch keine Expansion. Es gab intern eine Entscheidung, sich für neue Teams zu öffnen. Zuletzt hatten wir deswegen unser Multi Family Office zu einer Plattform ausgebaut, an der sich Beraterinnen und Berater, die ein ähnliches Geschäft wie wir betreiben, andocken können. Genau das ist in Düsseldorf geschehen. Es war aber nicht so, dass wir dort einen Standort wollten und dann nach geeignetem Personal gesucht haben. So würde vielleicht eine Bank vorgehen, wir aber nicht.

Welche Konstellation ist nötig, damit HQ Trust über ein neues Team, einen neuen Standort nachdenkt?

von Uckermann: Bisher haben wir unsere Mandanten von Bad Homburg aus betreut. Im Falle von Düsseldorf haben wir aber überlegt, dass es wenig sinnvoll ist, die Kollegen, die über ein gutes Netzwerk im Rheinland verfügen, nach Bad Homburg zu holen. Darum waren wir bereit, eine Standorteröffnung in Erwägung zu ziehen. Entscheidend war aber, dass die neuen Kollegen zu unserer Unternehmensphilosophie passen. Denn natürlich besteht die Gefahr, dass sich an verschiedenen Standorten die Kulturen unterschiedlich entwickeln. Was wir nicht wollen.

Bekommen neue Kollegen viel Anlaufzeit?

von Uckermann: Wir haben da sicherlich nicht die gleichen Möglichkeiten wie Bankinstitute. Insofern sollte sich ein HQT-Standort recht schnell rechnen. Beim Personal heißt das, dass wir Leute mit belastbaren Geschäftsbeziehungen suchen. Berater, die vielleicht das Potenzial haben, einen Mandantenstamm aufzubauen, suchen wir nicht. Das mag zwar auch ein Weg zum Erfolg sein, bedeutet aber, dass sie die Neueinstellungen drei bis vier Jahre vorfinanzieren müssen. Und dazu sind wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht bereit.

Herr Winters, Sie sind mit einigen Deutsche-Oppenheim-Kollegen zu HQ Trust gewechselt. Was an der HQT-Plattform hat Sie überzeugt?

Sebastian Winters: Das war das Gesamtpaket, bestehend aus dem guten Image von HQ Trust, der Relevanz des Family Office, gemessen an der Breite und Tiefe des Dienstleistungsspektrums, und einem guten Gefühl, was die Stabilität des Geschäftsmodells angeht. Immerhin steht hinter dem Unternehmen mit der Familie Harald Quandt ein langfristig denkender Eigentümer. Hinzu kommt die Investmentphilosophie des Hauses, deren Stärke wir nun in voller Gänze erleben, seitdem wir zur Organisation gehören. Reinhard Panse und sein Team bilden nicht nur eine eigene Kapitalmarktmeinung, sondern diese wird auch in der Strategieberatung beim Mandanten umgesetzt und gelebt. Und uns hat der Teamgedanke überzeugt.

Spielte auch Geld eine Rolle?

Winters: Nein. Das Gesamtkonzept von HQ Trust überzeugt einfach. Hierzu zählt auch, dass das Entlohnungskonzept nicht auf willkürlichen Boni basiert. Bei der HQT-Plattform handelt es sich im Prinzip um ein Partnerschaftsmodell wie bei einer Rechtsanwaltskanzlei. Es werden auskömmliche Gehälter bezahlt, und die Partner sind am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Dieses Prinzip ist für alle transparent und nachvollziehbar.