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USA versus China 3 Szenarien für den Ausgang des Handelskriegs

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DAS GRAUSAME SZENARIO: Donald Trump setzt im Handelskrieg alles auf eine Karte

Wahrscheinlichkeit: 25 Prozent

Es ist sicherlich nicht ausgeschlossen, dass Donald Trump eine weitere Eskalation des Handelskriegs beschließt. Vielleicht ist er der Meinung, dass er bei seinen Wählern auf den größten Rückhalt stößt, wenn er so hart wie möglich gegen China vorgeht – oder dass er, wenn er mit neuen Sanktionen alles auf eine Karte setzt, China dazu zwingen kann, seinen Wünschen und Forderungen nachzugeben. Allerdings lassen sich die Chinesen nicht so einfach zu Eingeständnissen zwingen und diese Strategie führt nicht zu einem Handelsabkommen vor der Präsidentschaftswahl.

Eine Eskalation kann beispielsweise aus einer weiteren Erhöhung der Zölle von 10 auf 25 Prozent auf chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden US-Dollar bestehen (die jüngste Eskalation war die Ankündigung von Zöllen in Höhe von 10 Prozent mit Wirkung ab dem 1. September). Oder aus Sanktionen gegen chinesische Finanzunternehmen, die deren Zugang zum US-Dollar und zu US-amerikanischen Vermögenswerten einschränken, sowie aus einem Währungskrieg, in dem die Amerikaner den US-Dollar gegenüber dem chinesischen Yuan schwächen, um die Konkurrenzfähigkeit der US-Unternehmen zu stärken.

Verfolgt Donald Trump diesen Weg, kann die Weltwirtschaft in eine Rezession stürzen – und genau diese massiv negative Auswirkung ist das stärkste Argument gegen die Möglichkeit, dass Donald Trump diese Lösung wählt. Denn klar wäre in solch einem Fall: auch die US-Wirtschaft und der US-Aktienmarkt würden stark beeinträchtigt. Doch vielleicht überschätzt Donald Trump die Stärke der US-Wirtschaft und den politischen Gewinn, den er durch die Demonstration eines harten Kurses gegenüber den Chinesen erzielen kann.

Wir behalten eine geringe Übergewichtung in Aktien bei

Obwohl wir das letzte Szenario fürchten, ist das nicht unser erwartetes Szenario. Es besteht eine viel größere Wahrscheinlichkeit für eine Besserung oder eine Beibehaltung des Status quo im Laufe des kommenden Jahres. Deshalb haben wir in unseren Portfolios auch weiterhin eine geringe Übergewichtung in Aktien und eine entsprechende Untergewichtung in Anleihen. Trotz des Handelskriegs gehen wir momentan weiterhin von einem vernünftigen Wirtschaftswachstum aus, das den Unternehmen akzeptable Gewinne sichert – vor allem, weil die Zentralbanken die Wirtschaft mit einer lockeren Geldpolitik unterstützen.