USA versus China 3 Szenarien für den Ausgang des Handelskriegs

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DAS SCHLECHTE SZENARIO: Der Handelskrieg zieht sich in die Länge, eskaliert aber nicht

Wahrscheinlichkeit: 35 Prozent

Unsicherheit ist immer Gift für die Finanzmärkte, und gegenwärtig sind die beiden Parteien augenscheinlich sehr weit voneinander entfernt. Ein absolut denkbares Szenario ist: Die aktuelle Situation zieht sich in die Länge, eskaliert aber trotz der harten Rhetorik nicht.

Es kann Donald Trump bei der nächsten Wahl teuer zu stehen kommen, wenn er das politische Fundament, das die starke Wirtschaft ihm verliehen hat, untergräbt. Die Chinesen haben bislang demonstriert, dass sie im Handelskrieg nicht diejenigen sind, die neue Sanktionen einleiten. Wenn sie aber getroffen werden, zögern sie nicht mit einem Gegenschlag. Deshalb gehen wir nicht davon aus, dass die Chinesen den Handelskrieg zwingend weiter eskalieren möchten. Andererseits kann es durchaus sein, dass sie in Wirklichkeit nicht sonderlich an einem Handelsabkommen mit Donald Trump interessiert sind, da sie mit einem demokratischen Präsidenten nach der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl eine bessere Einigung erzielen können. Deshalb dürfte es ihnen durchaus recht sein, wenn die aktuelle Situation Donald Trump in seiner Heimat sowohl wirtschaftlich als auch politisch zermürbt.

Was den US-Präsidenten anbelangt, kann ihn eine nachhaltige Schwäche der US-Wirtschaft und der Aktienmärkte als Folge des Handelskrieges von neuen Sanktionen gegen die Chinesen abhalten. In den vergangenen Jahren hat er immer wieder die starke US-Wirtschaft als Nachweis seines großen Erfolges als Präsident hervorgehoben. Gegenteilige wirtschaftliche Rahmendaten bei einer sich konsolidierenden oder sogar rückläufigen Konjunkturentwicklung könnten ihm somit das wesentliche politische Fundament entziehen.