USA Nach BNP geraten nun Commerzbank und Unicredit ins Visier

Untersuchungen der US-Behörden laufen bereits unter anderem bei der Commerzbank, bei Crédit Agricole und Société Générale aus Frankreich und Unicredit, der größten Bank aus Italien.

“Man kann wohl sagen, dass die USA eine aggressivere Haltung einnehmen, die Banken zur Rechenschaft zu ziehen”, sagte Christopher Wheeler, ein Analyst bei Mediobanca in London, im Telefoninterview. “Höhere Strafen als diese kann man sich schwer vorstellen, aber das hängt natürlich von den Umständen ab.”

Seit 2009 wurden in den USA mindestens 22 Untersuchungen gegen Finanzinstitute im Zusammenhang mit Geschäften mit Ländern, die von Sanktionen betroffen sind, eingeleitet. Die Strafe von 8,97 Milliarden Dollar gegen BNP Paribas stellt alle bisher verhängten in den Schatten. Seit Barack Obama Präsident wurde, summierten sich die Bußgelder von 21 Banken auf insgesamt 4,9 Milliarden Dollar. Ein Großteil davon wurde gegen ausländische Banken verhängt, während US-Institute auf lediglich knapp 90 Millionen Dollar kamen. Im Jahr 2011 musste JPMorgan Chase & Co. 88,3 Millionen Dollar wegen Transaktionen mit Bezug zu Kuba, Iran und Sudan zahlen.

“Rechtsrisiken werden die Banken 2014 und 2015 weiter belasten - bislang ist noch kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen”, sagte Analyst Stefan Bongardt von Independent Research in Frankfurt. “Langfristig fällt eine Beurteilung schwer - es gibt ein großes Spektrum an Fällen.”

Die Commerzbank hatte 2010 erklärt, dass sie mit den US-Behörden bei einer Untersuchung von Transaktionen mit dem Iran kooperiere. Deutschlands zweitgrößte Bank erklärte damals, dass sie nicht abschätzen könne, wie die Untersuchung ausgeht oder welche Kosten dadurch entstehen könnten.

Im Dezember bestätigte Unicredit im Jahresbericht, dass die deutsche Tochter UCB im März 2011 eine gerichtliche Vorladung aus New York erhalten habe, bei der es um Transaktionen mit dem Iran ging. Die Bank kooperiere mit den Behörden und könne keine Aussagen zu Ergebnis oder Dauer machen, hieß es.