Die Elite-Universitäten der USA haben im Geschäftsjahr 2025 deutlich höhere Renditen erwirtschaftet als im Vorjahr. Zum 30. Juni meldeten alle großen Stiftungen zweistellige Ergebnisse. Yale hat sich in diesem Zeitraum deutlich erholt. Die Universitätsstiftung erzielte 11,1 Prozent Rendite – nach nur 5,7 Prozent im Vorjahr. Damit verdoppelte Yale sein Ergebnis fast. Doch trotz der Verbesserung liegt die Ivy-League-Universität nur im Mittelfeld.
Starke Märkte treiben Ergebnisse
Columbia erreichte 12,4 Prozent, die University of Pennsylvania 12,2 Prozent. Cornell meldete 12,3 Prozent. Brown und Harvard kamen beide auf 11,9 Prozent, Princeton auf 11,0 Prozent und Dartmouth auf 10,8 Prozent. Die starken Aktienmärkte und erfolgreiches aktives Management trieben die Ergebnisse, wie Brad Conger, Chef-Anlagestratege bei Hirtle Callaghan, dem US-Medium „Institutional Investor“ erklärt.
An der Spitze stehen zwei Universitäten außerhalb der Ivy League: das Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit 14,8 Prozent, gefolgt von Stanford mit 14,3 Prozent. Im Vorjahr hatten beide Institute noch 8,9 beziehungsweise 8,4 Prozent erzielt.
Private Equity bremst weiterhin
Die Jahresberichte der Universitäten offenbaren ein gemeinsames Problem: Private Equity bremst die Performance. Yale investiert 49 Prozent seines Portfolios in Private Equity und Venture Capital – und liegt trotz der Erholung nur im Mittelfeld. Harvard hat 41 Prozent in Private Equity und räumt in seinem Geschäftsbericht ein, dass die Ergebnisse „durch zu wenig öffentliche und zu viel private Aktien gebremst“ wurden. Mit 11,9 Prozent liegt Harvard im unteren Drittel. Die Spitzenreiter MIT und Stanford profitierten offenbar stärker von den öffentlichen Märkten – während die PE-lastigen Portfolios von Yale und Harvard zurückblieben.
Kim Lew, Chefin der Columbia Investment Management Company, betont, dass die Performance privater Anlagen zwar deutlich besser ausgefallen sei als in den Vorjahren, aber weiterhin hinter den öffentlichen Märkten zurückbleibe. Viele Stiftungen hatten sich 2021 und 2022 stark bei Private-Equity-Fonds engagiert, als diese massiv Kapital einwarben. Die Rückflüsse blieben jedoch unter den Erwartungen.
„Das war eine ungünstige Kombination aus eingeschränkten Operationen und langsameren Kapitalrückflüssen als erwartet“, sagt Conger. Der Versuch, durch alternative Anlagen Schutz zu kaufen, habe nicht funktioniert. „Die große Herausforderung ist: Wie gehen die Endowments mit Private Equity um?“ Die Fonds könnten zwar neue Zusagen reduzieren, riskierten damit aber, einen guten Jahrgang zu verpassen. Auch Immobilien mit rund 10 Prozent Portfolioanteil hätten die Ergebnisse belastet.
Hohe Abhängigkeit von Stiftungsgeldern
Harvard schüttete 2,5 Milliarden US-Dollar an die Universität aus – das entspricht fast 40 Prozent des Gesamtbudgets. Bei Yale waren es 2,1 Milliarden Dollar, was 34 Prozent der Einnahmen ausmacht. Diese hohe Abhängigkeit von Stiftungsgeldern macht die Universitäten verwundbar, gerade angesichts der drohenden Steuererhöhung.
Denn die Ergebnisse wurden vor dem Hintergrund politischer Turbulenzen erzielt. Eine neue Steuer auf Stiftungsvermögen traf Harvard, Yale, Princeton und Stanford mit acht Prozent, Pennsylvania und Dartmouth mit vier Prozent. Die übrigen Universitäten bleiben bei 1,4 Prozent. Im Frühjahr hatte die Trump-Administration zudem Milliarden an Fördergeldern eingefroren und Einstellungsstopps verhängt.