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US High-Yield vs. US-Equities Bonds werden zur Aktienalternative

Blick auf die Freiheitsstatue in New York: Mit US-Hochzinsanleihen können Anleger aktienähnliche Renditen erzielen. | © imago images / robertharding

Blick auf die Freiheitsstatue in New York: Mit US-Hochzinsanleihen können Anleger aktienähnliche Renditen erzielen. Foto: imago images / robertharding

Das Jahr 2020 ist noch nicht alt. Dennoch wiegen die Altlasten aus 2019 schwer. Konsens ist, dass die Unsicherheit an den globalen Märkten auch in diesem Jahr bestehen bleiben wird. Gründe dafür gibt es einige: Die US-Präsidentschaftswahlen 2020 werden wahrscheinlich einige Wellen schlagen, was sich negativ auf die ohnehin angespannten Handelsbeziehungen zwischen den USA und China auswirken könnte. In den meisten entwickelten Volkswirtschaften, etwa in Asien, wird das Bruttoinlandsprodukt laut dem Global Economic Outlook von AXA Investment Managers weniger ansteigen als im Jahr 2019. Zudem drückt der Brexit auf die Stimmung.

„Vor diesem Hintergrund wird es für Anleger schwerer sein, Erträge mit Aktien – also durch expandierende oder im Gewinn wachsende Unternehmen – als durch hochverzinsliche Couponzahlungen zu erzielen. Daher sollten Hochzinsanleihen als Alternative zu Aktien in Betracht gezogen werden“, so Carl Whitbeck, Hochzinsanleihen- und Fixed Income-Experte bei AXA Investment Managers (AXA IM).

Ein Ausbruch aus dem klassischen Denkmuster über verschiedene Assetklassen kann sich lohnen: So handelt es sich bei Hochzinsanleihen und Aktien zwar um verschiedene Anlageprodukte, laut Whitbeck können sie allerdings aufgrund ihrer ähnlichen Risiko-Rendite-Charakteristika sogar als konkurrierend angesehen werden. „Mit Hochzinsanleihen kann eine aktienähnliche Rendite erzielt werden – und das mit deutlich geringerer Volatilität“, beobachtet der Experte.

Volatilität macht den Unterschied

Im Jahr 2019 bescherten US-Hochzinsanleihen Anlegern eine Rendite von 14,41 Prozent (laut dem ICE BofA ML US High Yield Index). Im Vergleich dazu erzielte der S&P 500 im selben Zeitraum eine Rendite von 31,48 Prozent. Betrachtet man die beiden Anlageklassen jedoch über einen längeren Zeitraum, konnten US-Hochzinsanleihen weitgehend mit Aktien Schritt halten und in volatilen Zeiten geringere Drawdowns verzeichnen. Während der Finanzkrise 2007/08 lag der maximale Drawdown des US-amerikanischen High-Yield-Index ICE BofA ML beispielsweise bei -33,23 Prozent gegenüber -50,95 Prozent beim S&P 500, vergleicht das Analyseunternehmen Morningstar.

„Obwohl US-Aktien 2019 eine Outperformance gegenüber dem High-Yield-Markt erzielten, übertrafen die US-High-Yield-Werte in den vergangenen 20 Jahren den S&P 500 mit 0,68 Prozentpunkten auf Jahresbasis. Und obwohl die Korrelation zwischen High-Yield-Anleihen und Aktien hoch ist – 0,65 in den letzten 20 Jahren –, unterscheidet sich die zugrundeliegende Volatilität der beiden signifikant. Auf Sicht der vergangenen 20 Jahre sind amerikanische Hochzinsanleihen mit 8,96 deutlich weniger volatil als Aktien mit 14,53“, erläutert Whitbeck.

Damit Aktien Anlegern Rendite bescheren, braucht es Gewinnwachstum oder ein anhaltendes Gewinnwachstum. „Für High-Yield-Investoren stellt sich die Rendite zuverlässiger ein, da sie von der Couponzahlung abhängt“, sagt Whitbeck. Die Ausfallraten sind niedrig: Diese sind aktuell weit von den Höchstständen 2009 (12,1 Prozent) oder 2016 (4,3 Prozent) entfernt. Die Schätzungen für 2019 liegen bei 2,9 Prozent. Für das Jahr 2020 wird mit einem Anstieg der Ausfallrate auf 3,0 Prozent gerechnet – damit bewegen sie sich weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt von 3,4 Prozent.