Urteil für von Krockow und von Oppenheim Anwälte fordern Bewährungsstrafen für Ex-Oppenheim-Banker

123 Tage dauert die Verhandlung um betrügerische Machenschaften im Bankhaus Sal. Oppenheim in Zusammenhang mit dem Niedergang des Arcandor-Konzerns schon an. Nachdem die Staatsanwaltschaft in der vergangenen Woche Haftstrafen für fast alle Hauptangeklagten gefordert hat, waren nun die Verteidiger an der Reihe. Für Matthias Graf von Krockow, für den drei Jahre und drei Monat, und Christoph Freiherr von Oppenheim, für den zwei Jahre und acht Monate gefordert worden sind, wollen sie Bewährungsstrafen erwirken.

Die Verteidiger Graf Krockows und von Oppenheims verwiesen laut eines Berichts der Börsen-Zeitung auf die umfangreichen Geständnisse ihrer Mandanten. Außerdem würdigten sie den Umstand, dass beide angeklagten ehemals persönlich haftenden Gesellschafter den angerichteten Schaden wiedergutmachen wollten. Von Oppenheim habe mit der Deutschen Bank bereits einen Vergleich getroffen. Über dessen Höhe schwiegen die Anwälte.

Laut Börsen-Zeitung beriefen sie sich auch auf eine vermeintlich unzureichende Aufsicht über die Geschäfte der Bank. Da die Privatbank eine lange Erfolgsgeschichte hinter sich gehabt habe, sei eine effektive Kontrolle durch Aktionärsausschuss und Aufsichtsrat von geringem Interesse gewesen. Auch seien die anderen Mitverantwortlichen nicht, wie es zuvor die ebenfalls angeklagten Friedrich Carl Janssen und Dieter Pfundt behauptet hatten, von wichtigen Informationen abgeschnitten gewesen.

Die Anwälte des Familiennachfahren Christopher Freiherr von Oppenheim hoben hervor, dass ihr Mandant bereits durch den Verlust der Bank, mit der er durch seinen Namen in besonderer Weise verbunden sei, sehr gestraft sei.

Die Plädoyers für die drei weiteren Angeklagten Friedrich Carl Janssen, Dieter Pfundt und Immobilienunternehmer Josef Esch folgen in den kommenden zwei Wochen. Ein Urteil in dem Mammutprozess wird am 24. Juni erwartet.