Unternehmensfinanzierung Private-Debt-Fonds sind eine krisenfeste Säule

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Ist Spezialist für die Unternehmensfinanzierung: Abhik Das. Foto: Golding Capital Partners

Die Covid-19-Pandemie und die damit einhergehenden gravierenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens haben weitreichende Auswirkungen auf mittelständische Unternehmen und damit auch auf das primäre Marktsegment von Private-Debt-Fonds. Offensichtlich geht die Covid-19-Krise auch am Markt für private Finanzierungen nicht spurlos vorbei. In vielen Fällen ist eine valide Einschätzung in puncto Ausfällen oder sogar möglichen Abschreibungen noch zu früh. Allerdings ist damit zu rechnen, dass es in Bezug auf Zinszahlungen oder Kreditsicherungsklauseln (sogenannte Covenants) zu Zahlungsverzügen kommen wird oder gewisse Kreditvertragsbestimmungen nicht eingehalten werden.

Entscheidend ist dabei, wie proaktiv Private-Debt-Fonds, deren Kreditnehmer und wiederum deren Eigentümer – oftmals Private-Equity-Fonds – auf die aktuelle Situation reagieren. Was die meisten Private-Debt-Fonds dabei gemeinsam haben, ist ein lösungsorientierter Ansatz auf verschiedene Krisensituationen. Dadurch sind viele Private-Debt-Fonds solide aufgestellt, um die momentane und mittelfristig fortlaufende Unsicherheit zu meistern.

Liquidität im Fokus

Die Auswirkungen der Corona-Krise haben Unternehmen unterschiedlicher Branchen ungleich hart getroffen. So ist leicht nachvollziehbar, dass Unternehmen im Einzelhandel stärker betroffen sind als die meisten Firmen in der Gesundheitsbranche. Schicksalhaft, aber ebenso wenig verwunderlich ist, dass die Krise für Gesellschaften, die schon vor Ausbruch der Pandemie mit strukturellen oder unternehmensspezifischen Problemen zu kämpfen hatten, zur Unzeit kam. Das traf besonders dort zu, wo schon vor Covid-19 eine zu hohe und damit in Krisenphasen nicht tragbare Verschuldung erkennbar war. 

Doch diese Krise traf auch vermeintlich stabile Firmen oder Sektoren. Dazu zählen zum Beispiel Privatschulen oder Betreiber von Kindertagesstätten, die oft von einem auf den anderen Tag ihre Türen schließen und in der Folge hohe Umsatzrückgänge hinnehmen mussten. 

In erster Linie lag bei allen Private-Debt-Fonds der Fokus auf der Liquidität. Etablierte, disziplinierte Fonds stehen ohnehin in einem regelmäßigen Austausch mit den jeweiligen Portfoliounternehmen. In der aktuellen Phase wurde dieser Dialog eindeutig intensiviert, indem die meisten Kreditnehmer angehalten wurden, in regulären Abständen sogenannte Liquiditätsprognosen zu liefern (Phase I; siehe Darstellung). Dabei handelt es sich um ein Instrumentarium, das bei einer unerwartet schwächeren Geschäftsentwicklung oftmals zum Tragen kommt. Die Finanzvorstände fokussieren sich dabei – im Austausch mit den Private-Debt-Fonds – üblicherweise auf einen Prognosezeitraum von dreizehn Wochen. Diese Analyse ermöglicht die fortlaufende Einschätzung der Lage und damit auch die Evaluierung weiterer Maßnahmen. 

Mit den Erfahrungswerten von meist mehr als drei Monaten in der aktuellen Krise – oft auch schon früher – starten viele Firmen über die Phase I hinaus Diskussionen über längerfristige Liquiditätsplanungen. Darunter fallen beispielweise die Verschiebung einzelner Kapitalinvestitionen, der Einsatz von staatlich bewilligten Unterstützungsmechanismen wie Kurzarbeit, Überbrückungskrediten oder Bürgschaften, bis hin zur Sistierung gewisser Ausbau- oder Wachstumspläne. Im Dialog mit Private-Debt-Fonds geht es vor allem aber um eine nüchterne Analyse der Kapitalstruktur und der damit (nachhaltigen) Tragbarkeit des Fremdkapitals (Phase II).