Universal-Investment-Umfrage Das erwarten Vermögensverwalter 2016

Universal-Investment hat Vermögensverwalter unter anderem nach der geplanten Asset Allocation 2016 befragt

Universal-Investment hat Vermögensverwalter unter anderem nach der geplanten Asset Allocation 2016 befragt

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Führende unabhängige Vermögensverwalter in Deutschland erwarten für das kommende Jahr einen weiteren Kursanstieg der wichtigsten Aktienindizes, gleichbleibende Leitzinsen im Euro-Raum und ein wachsendes Risiko für die Weltwirtschaft durch die Entwicklungen in China und in den Schwellenländern. Für Privatanleger leiten die Investmentprofis daraus die Empfehlung ab, das Hauptgewicht in ihren Portfolien auf Aktien aus Industrienationen zu legen. Das sind die Ergebnisse der jährlichen Vermögensverwalter-Umfrage von Universal-Investment.

Die Frankfurter Kapitalverwaltungsgesellschaft hatte für ihre mittlerweile dritte Studie im November 2015 knapp 20 unabhängige Vermögensverwalter befragt, die auf der Publikumsfonds-Plattform von Universal-Investment erfolgreiche Fonds mit einem Gesamtvolumen von mehreren Milliarden Euro betreuen.

Für drei der bedeutendsten Aktienindizes prognostizieren die Vermögensverwalter steigende Kurse in 2016; allerdings fallen ihre Erwartungen bezüglich der Steigerungen nicht mehr ganz so hoch aus wie in der Vorjahresbefragung.



Konkret gehen die Experten von einem Anstieg des Dax im kommenden Jahr um etwa acht Prozent (Basis ist der Schlusstand vom 27.11.2015) auf einen durchschnittlichen Stand von 12.224 Punkten aus.

Auch für den europäischen Leitindex Euro-Stoxx 50 erwarten die Vermögensverwalter bis Ende 2016 ein Plus um etwas über acht Prozent auf 3.778 Punkte. Beim US-amerikanischen Unternehmensindex S&P 500 soll der prognostizierte Zuwachs im selben Zeitraum mit rund fünf Prozent auf 2.201 Punkte etwas geringer ausfallen.

Rohstoffe kommen wieder

Nach dem für die meisten Rohstoffinvestoren in diesem Jahr enttäuschenden Rückgang der Preise auf breiter Front sind die Investmentspezialisten nun wieder hoffnungsvoller für Öl und Edelmetalle: Nach ihrer Vorhersage soll der Goldpreis bis Jahresende 2016 um fast zwölf Prozent gegenüber dem aktuellen Kurs auf dann durchschnittlich 1.181 US-Dollar pro Unze gestiegen sein.

Für Silber gehen die Vermögensverwalter von einem Anstieg um 15 Prozent auf 16,24 US-Dollar pro Unze aus. Auch das Barrel WTI-Rohöl soll 21 Prozent teurer werden und Ende 2016 54,38 US-Dollar kosten.

Zwei Drittel halten EZB-Ankaufprogramm für „Grundstein der nächsten Finanzkrise“

Der anhaltende Druck auf die Euro-Zone schlägt sich auch in der Erwartung der Vermögensverwalter in Bezug auf die Zinsentwicklung nieder. Zwar nimmt die Mehrheit von ihnen an, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am aktuell niedrigen Niveau der Leitzinsen von 0,05 Prozent im Jahresverlauf nichts ändern wird.

Erstmals aber äußerten mehrere der befragten Investmentspezialisten die Vermutung, der Zinssatz könnte in den negativen Bereich abrutschen. Für die USA rechnet die Mehrheit der Befragten nun mit einer Zinswende und einem Anstieg der US-Leitzinsen binnen Jahresfrist von 0,25 auf 0,5 Prozent.

Über die Folgen des erst kürzlich ausgeweiteten Anleihekaufprogramms der EZB in monatlicher Milliardenhöhe bricht die Mehrheit der Vermögensverwalter den Stab: „Durch den EZB-Ankauf von Staatsanleihen, ABS-Papieren und anderen Maßnahmen wird der Grundstein für die nächste Finanzkrise gelegt“, kritisieren mehr als zwei Drittel von ihnen (69 Prozent).

Das restliche Drittel (31 Prozent) ist dagegen der Auffassung, dass „die Ausweitung der Geldmengen und die Aufkaufprogramme die einzige Möglichkeit zur Stabilisierung der Finanzmärkte sind und waren.“

Nach Frankreich im Vorjahr: China als größtes Risiko für die Weltwirtschaft

Bei den volkswirtschaftlichen Szenarien für die kommenden zwölf Monate rechnet etwas mehr als die Hälfte der Befragten mit einer stagnierenden Weltwirtschaftslage (2015: 63 Prozent). Mit einer Inflation rechnen 38 Prozent der Vermögensverwalter (Vorjahr: 25 Prozent).

Auch in Bezug auf die Länder, welche in absehbarer Zeit das größte Risiko für Investoren darstellen werden, gaben die Vermögensverwalter ein Statement ab. Der Fokus ihrer Besorgnis hat sich nach Asien verlagert: Galt im Vorjahr noch Frankreich als größtes Sorgenkind, votierten dieses Mal knapp die Hälfte (47 Prozent) für China Optimistisch bleiben die Befragten für das deutsche Wirtschaftswachstum in Deutschland, das 2016 bei etwa 1,4 Prozent liegen dürfte.