Wer eine Bank zur profitabelsten, effizientesten und am besten kapitalisierten des Landes gemacht hat, hört nicht auf zu sparen. Unicredit-Chef Andrea Orcel treibt den Stellenabbau bei seiner deutschen Tochter Hypovereinsbank (HVB) weiter voran – und diesmal trifft es die IT.
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Wer eine Bank zur profitabelsten, effizientesten und am besten kapitalisierten des Landes gemacht hat, hört nicht auf zu sparen. Unicredit-Chef Andrea Orcel treibt den Stellenabbau bei seiner deutschen Tochter Hypovereinsbank (HVB) weiter voran – und diesmal trifft es die IT.
Laut „Manager Magazin“ sind am deutschen IT-Standort 300 bis 400 Stellen betroffen, die meisten davon in München. Die Arbeitsplätze sollen bis Ende nächsten Jahres teilweise nach Rumänien verlagert werden. Die Unicredit bestätigte auf Anfrage des Magazins, den Prozess „sozial verantwortlich“ und „in einem engen und konstruktiven Austausch mit dem Betriebsrat“ gestalten zu wollen.
Insgesamt beschäftigt die Unicredit rund 8.000 Mitarbeiter in Deutschland, die allermeisten bei der HVB. Die betroffenen IT-Stellen werden intern der Unicredit-Gruppe zugerechnet.
Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich
Insidern zufolge dürfte der Schritt die Ausgaben um einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr senken. Die Bank selbst will diese Zahl nicht kommentieren. Stattdessen betont sie, es gehe vor allem um eine „stärker integrierte und einheitlichere Struktur – mit Fokus auf moderne Technologie“. Das Vorgehen folgt einem bekannten Muster: In Österreich hat Orcel denselben Weg bereits beschritten – rund 300 IT-Jobs wurden dort nach Rumänien und Mailand verlagert.
Die Zahlen, die Orcel für die HVB vorweisen kann, sind bemerkenswert gut: eine Kapitalrendite von über 21 Prozent, eine Cost-Income-Ratio von rund 38 Cent je erwirtschaftetem Euro. Und dennoch spart er weiter – was bei der Commerzbank-Belegschaft für Unruhe sorgt.
Warnsignal für die Commerzbank
Die Unicredit hält inzwischen fast 30 Prozent an der Commerzbank und ist damit größter Einzelaktionär. Im Herbst 2024 hatte Orcel einen Teil der Bundesbeteiligung erworben. Mitte März legte er eine Offerte für die restlichen Anteile vor – zu Konditionen, die das Manager Magazin als „vergleichsweise unattraktiv“ einordnet. Das taktische Ziel, so das Magazin: Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp zu Gesprächen zu drängen. An eine unmittelbare Mehrheitsübernahme glaube selbst Orcel noch nicht.
Bei der Commerzbank-Belegschaft stellt sich angesichts des HVB-Sparkurses eine naheliegende Frage: Wenn Orcel selbst bei Spitzenprofitabilität weiter kürzt – was droht dann einem Institut, das er erst noch auf Kurs bringen müsste?