Facebook-Millionäre „Unabhängiger und weniger leichtgläubig“

Die Gepflogenheiten der Neureichen in Silicon Valley haben sich im vergangenen Jahrzehnt geändert. „Die Facebook-Leute sind völlig anders als die Millionäre des Internetbooms vor zehn Jahren“, erklärt Michael Spector, Direktor der Vermögensverwaltung Vista Wealth im kalifornischen Palo Alto, gegenüber dem Schweizer „Tagesanzeiger“. Die Facebook-Führungskräfte seien weniger darauf aus, ihren Reichtum zur Schau zu stellen als vielmehr, es langfristig und sinnvoll anzulegen.

Ursachen dieses Verhaltens sieht der Vermögensverwalter einerseits in der Lektion, die die neue Generation der IT-Genies von ihren Vorgängern aus der Zeit um die Jahrtausendwende gelernt haben dürfte. Auch die Finanzkrise dürfte laut Spector eine Rolle gespielt haben.

Bereits Ende der neunziger Jahre lockte der Internet-Boom zahlreiche Banken und Vermögensverwalter nach Silicon Valley. Nach dem Platzen der Blase gingen die meisten von ihnen. Nun kehren sie wieder zurück. J. P. Morgan Chase, Bank of America, Morgan Stanley, Goldman Sachs, die UBS und die Credit Suisse – fast alles, was in der Branche Rang und Namen hat, baut Büros im Silicon Valley aus.

Wer jedoch die sparsamen Facebook-Reichen für eine pflegeleichte Kundschaft hält, irrt sich. „Die Kunden heute sind viel unabhängiger und weniger leichtgläubig“, sagt Spector. Um bei ihnen Erfolg zu haben, müssen die Banken ihre Taktik ändern.

Darüber hinaus verzichten viele neue Reichen nicht nur auf teure Luxusgüter, sondern auch auf eine umfassende Vermögensverwaltung. So ziehen viele Billiganbieter wie die Vanguard-Fondsgesellschaft vor und wollen von den Beratern nur wissen, wie sie grobe Investitionsfehler vermeiden können. Vermögensverwalter sollten sich deshalb weniger auf die reine Geldanlage fokussieren, sondern vielmehr eine langfristige Geschäfts- und Karriereplanung in den Mittelpunkt stellen, raten Experten.