Umfrage von Blackrock Wie sich Institutionelle 2018 vor Verlusten schützen

Mitarbeiter des Auktionshauses Christie's tragen ein Firmenschild der Pleite-Bank Lehmann Brothers herein. Eine zweite Finanzkrise steht zwar eher nicht bevor, doch institutionelle Anleger suchen vermehrt nach Strategien, die sie 2018 vor Verlusten an den Kapitalmärkten schützen. | © Getty Images

Mitarbeiter des Auktionshauses Christie's tragen ein Firmenschild der Pleite-Bank Lehmann Brothers herein. Eine zweite Finanzkrise steht zwar eher nicht bevor, doch institutionelle Anleger suchen vermehrt nach Strategien, die sie 2018 vor Verlusten an den Kapitalmärkten schützen. Foto: Getty Images

Große, weltweit aufgestellte institutionelle Investoren halten nach Möglichkeiten Ausschau, sich vor Abwärtsrisiken an den Kapitalmärkten zu schützen. Das liegt weiterhin an den niedrigen Zinsen und relativ hohen Bewertungen bei Risikoanlagen, wie eine Umfrage der US-Fondsgesellschaft Blackrock zeigt. Gleichzeitig besteht Interesse an aktivem Portfoliomanagement, das verschiedene alternative Anlageklassen wie illiquide Anlagen und Hedgefonds ebenso umfasst wie Aktien. Zudem wollen 65 Prozent der Teilnehmer ihre Barbestände in diesem Jahr nicht verändern.

Zwar wollen die Befragten ihre Aktienpositionen insgesamt abbauen. Doch rund ein Viertel von ihnen will den Schwerpunkt im Vergleich zu Index-Investments stärker auf aktive Strategien legen. 16 Prozent beabsichtigen das Gegenteil. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass illiquide Anlageklassen und Sachwerte innerhalb der Privatmärkte bei globalen institutionellen Investoren weiterhin besonders gefragt sind. Daher sollten sie von Zuflüssen besonders profitieren. 60 Prozent der institutionellen Investoren weltweit gehen davon aus, ihre Engagements in Infrastruktur und erneuerbaren Energien zu erhöhen.

Wie planen Sie, Investitionen in folgenden Anlageklassen 2018 anzupassen?

erhöhen (in Prozent) keine Änderung (in Prozent) reduzieren (in Prozent)
Aktien 22 43 35
Anleihen 29 42 30
Hedgefonds 20 65 15
Private Equity 43 47 10
Immobilien 42 49 9
Sachwerte 60 38 2
Cash 13 65 22
 Quelle: Blackrock

Das Interesse an Immobilien dürfte ebenfalls steigen: 42 Prozent der Befragten gab an, dass sie diese Anlageklasse künftig stärker nutzen wollen. Mit 43 Prozent plant ebenfalls mehr als zwei Fünftel, sich stärker in Private Equity zu engagieren. „Im aktuellen Umfeld rekordverdächtiger Wertzuwächse denken wir, dass institutionelle Investoren in diesem Jahr nicht um aktive Portfolioentscheidungen herumkommen“, sagt Edwin Conway, Globaler Leiter des Geschäfts mit institutionellen Kunden bei Blackrock.

Auch Hedgefonds sind bei Anlegern offenbar wieder gefragt. Denn nachdem sie sich 2017 aus diesen Strategien zurückziehen wollten, planen sie für 2018 höhere Engagements. Mit 20 Prozent will ein Fünftel der Befragten seine Hedgefonds-Anlagen ausbauen. Angesichts der weltweiten Jagd nach laufenden Erträgen bleibt das Interesse an alternativen Kreditsegmenten wie Private Credit hoch. Mit 58 Prozent will mehr als die Hälfte der ihre Positionen in diesem Bereich ausbauen.

Innerhalb des breiteren Kreditspektrums stoßen auch Schwellenländer auf Interesse. Rund 37 Prozent erwägen, sich dort vermehrt zu engagieren. Dagegen dürften Positionen in Kern-Anleihesegmenten – Core und Core Plus – eher abnehmen. Damit setzt sich der Trend aus den Vorjahren fort.



Über die Umfrage:
Blackrock hat die Umfrage weltweit unter 224 seiner größten institutionellen Kunden durchgeführt. Diese repräsentieren ein Vermögen von mehr als sieben Billionen US-Dollar. Die Umfrage begann Anfang November 2017 und dauerte drei Wochen.