Wegen geopolitischer Risiken So bauen institutionelle Investoren ihre Portfolios um

Containerschiff Ever Given, das ab  dem 23. März 2021 den Suezkanal blockierte

Containerschiff Ever Given, das ab dem 23. März 2021 den Suezkanal für sechs Tage blockierte: Anleger sehen Lieferkettenprobleme als eines der größten Risikos für ihr Portfolio. Bildquelle: Imago Images / Xinhua

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Externe Inhalte anpassen

An dieser Stelle finden Sie externen Inhalt, der unseren Artikel ergänzt. Sie können sich die externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen. Die eingebundene externe Seite setzt, wenn Sie den Inhalt einblenden, selbstständig Cookies, worauf wir keinen Einfluss haben.

Externen Inhalt einmal anzeigen:

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt und Cookies von diesen Drittplattformen gesetzt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Institutionelle Investoren sehen sich zunehmend mit geopolitischen Herausforderungen konfrontiert. Viele sind auf diese nicht vorbereitet. Das zeigt eine Umfrage von PGIM unter 400 institutionelle Investoren aus acht Ländern mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 9 Billionen US-Dollar. Die Befragten versuchen deshalb, ihre Portfolios robuster zu gestalten

Laut der Umfrage reagieren die Anleger mit einer Reihe von Maßnahmen, um das Risiko in ihrem Portfolio zu verringern. 31 Prozent verändern die Allokation mit Blick auf Anlageklassen, Regionen oder Risikotoleranz. Ein Viertel allokiert in andere Sektoren oder Managementstile, während 29 Prozent mehr Cash oder andere kurzfristige Anlagen halten. In den USA ist diese Entwicklung am stärksten ausgeprägt. Dort geben 41 Prozent der Investoren an, ihre Cash-Position erhöht zu haben.

Die konservativere Portfolioausrichtung ist laut den Studienautoren zum Teil darauf zurückzuführen, dass vermeintlich sicherere liquide Anlagen aufgrund der hohen Leitzinsen zum ersten Mal seit Jahren wieder Renditen abwerfen. Durch die anstehende Wahl in den USA erscheint es 55 Prozent der befragten Anleger sinnvoll, ihre Cash-Position aufzustocken.

 

„Wir sind bei unseren Allokationsentscheidungen sehr geduldig“, sagte ein befragter Investment-Direktor eines US-Pensionsfonds. „Es ist aber wichtig, sich über die möglichen externen Schocks im Klaren zu sein und rechtzeitig Anpassungsmaßnahmen zu ergreifen, um nicht von Marktturbulenzen und Umschichtungen überrascht zu werden. Die Windrichtung kann sich im Markt ganz plötzlich drehen, und wenn man das verpasst, hat man ein Problem.“

Viele Anleger sind nicht auf geopolitische Risiken vorbereitet

Nur vier von zehn befragten Anlegern geben an, dass ihre Portfolios auf die unterschiedlichen geopolitischen Risiken vorbereitet sind. Am wenigsten vorbereitet sind die Anleger auf die Auswirkungen eines Terroranschlags, globale Migrationskrisen und Konflikte um natürliche Ressourcen (siehe Grafik).

Viele Anleger sind dabei der Ansicht, dass es angesichts der zunehmenden geopolitischen Risiken und der scheinbar unbegrenzten Zahl möglicher Szenarien nahezu unmöglich ist, alle potenziellen Auswirkungen abzufangen.

Trotz der erhöhten geopolitischen Risiken verfolgt ein Drittel der institutionellen Anleger bis Ende 2025 eine aggressive Portfoliostrategie. Ein Viertel der Befragten gibt an, bereits jetzt eine aggressive Risikotoleranz zu haben.

Die gestiegene Risikofreude hängt laut den Studienautoren vor allem mit dem optimistischen Blick auf die USA zusammen. Die Investoren rechnen mit einer weichen Landung und hoffen, dass sowohl Handelsstreitigkeiten und die Auswirkungen der Kriege eingedämmt werden. Während die Geopolitik an Bedeutung gewonnen habe, seien andere Risiken wie Inflation in den Hintergrund gerückt.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?
Danke für Ihre Bewertung
Leser bewerteten diesen Artikel durchschnittlich mit 0 Sternen