Private Banker setzen bei Sachwertanlagen auf Werterhalt statt auf hohe Renditen. Das zeigt eine Umfrage unter 43 Marktteilnehmern. Mehr als 90 Prozent der befragten Banken bieten Kunden Anlagen im Bereich Private Markets an, davon 92 Prozent Immobilienanlagen. Die Umfrage führten Rueckerconsult, Scope und das private banking magazin in Kooperation mit Quadoro und EB-Sim im November und Dezember 2025 durch.
Das zentrale Ergebnis: Werterhalt rangiert mit 78 Prozent vor Diversifikation (62 Prozent) und Gesamtrendite (57 Prozent). Private Banker suchen bei Sachwertanlagen in erster Linie Stabilität für die Portfolios ihrer Kunden. Hohe Erträge stehen nicht im Vordergrund. Die jährliche Ausschüttungsrendite spielt mit 10 Prozent nur eine geringe Rolle. Nachhaltigkeit hat keine Bedeutung – kein einziger Befragter nannte sie als Anlageziel.
Die erwarteten Renditen spiegeln diese Priorität wider: Bei Immobilien rechnen die meisten Befragten mit 4 bis 5 Prozent, bei Infrastruktur und Private Debt mit 5 bis 7 Prozent. Für Private Equity liegen die Erwartungen bei 7 bis 10 Prozent.
Immobilien in Deutschland klar favorisiert
Wohnimmobilien in Deutschland führen die Rangliste der bevorzugten Anlagen an – 73,9 Prozent bieten sie schwerpunktmäßig an. Danach folgen Büroimmobilien in Deutschland (52,2 Prozent) und Logistik in Europa (52,2 Prozent). Bei künftigen Angeboten gewinnt Logistik deutlich an Bedeutung: Zwei Drittel der Befragten planen, Logistikimmobilien in Deutschland und Europa anzubieten.
Bei den Produktstrukturen führen Direktinvestments mit 65 Prozent. Geschlossene Strukturen und offene beziehungsweise semi-liquide Vehikel bieten jeweils 57 Prozent an. ETFs und Aktienfonds spielen mit knapp über 20 Prozent eine untergeordnete Rolle.
Bei der Produktauswahl zählen vor allem die Reputation des Produkts und des Managers. Die größte Herausforderung sehen die Banker in der Einschätzung des Reputationsrisikos der Sachwertanlage und bei unerfahrenen Managern.
Regional konzentrieren sich die Banker auf Deutschland. Europa folgt mit deutlichem Abstand. Bei US-Investments werden Bürofonds (43,5 Prozent) und Wohnimmobilienfonds (26,1 Prozent) bevorzugt. Südamerika, Asien und der Nahe Osten spielen keine Rolle.
Eltif gewinnt an Bedeutung, Private Equity liegt vor Private Debt
Bei Infrastruktur-Investments setzt sich der Eltif durch. 68 Prozent der Befragten bieten ihren Kunden Infrastruktur-Produkte an. Dabei führen offene und semi-liquide Formen (58,8 Prozent), gefolgt von geschlossenen Strukturen (47,1 Prozent) und Eltifs (35,5 Prozent). Bei Neuprodukten führt der Eltif, fast alle geplanten Angebote nutzen diese Struktur. Das offene Infrastruktur-Sondervermögen spielt dagegen keine Rolle.
Der Investmentfokus liegt auf Energie- und Verkehrsinfrastruktur, gefolgt von Ladeinfrastruktur und Netzen. Telekommunikation rangiert dahinter.
84 Prozent der Befragten bieten Private Equity an, bei Private Debt sind es 68 Prozent. Private Equity wird vorwiegend über geschlossene Strukturen, Eltifs und Direktanlagen angeboten. Bei Private Debt dominieren offene, semi-liquide und geschlossene Strukturen.
61 Prozent der Befragten haben bereits Eltif-Produkte aufgenommen oder planen dies. Das in den vergangenen zwölf Monaten platzierte Kapital entwickelte sich unterschiedlich: 12 Prozent melden einen Rückgang, 38 Prozent eine konstante Entwicklung und 40 Prozent sogar einen leichten Anstieg.