Emerging Markets Umfrage in Schwellenländern: Die Zeiten werden besser

Die Copacabana in Brasilien. Brasilianer schauen durch die Bank weg entspannt in die Zukunft und glauben an eine Verbesserung der eigenen finanziellen Situation. | © Fotolia

Die Copacabana in Brasilien. Brasilianer schauen durch die Bank weg entspannt in die Zukunft und glauben an eine Verbesserung der eigenen finanziellen Situation. Foto: Fotolia

Menschen in Schwellenländern sind insgesamt optimistischer als noch vor einem Jahr. Das ergab die jährliche Emerging Consumer Studie von Credit Suisse. Das Unternehmen befragte dafür 14.200 Erwachsene aus Brasilien, China, Indonesien, Saudi-Arabien, Südafrika, Indien, Russland und der Türkei zu ihren Aussichten für die kommenden sechs Monate.

Das Ergebnis: Die meisten Nationen blicken wohlgemut in die Zukunft. Vorneweg ist hierbei Brasilien zu nennen. 66 Prozent der Befragten glauben hier, dass sie in den kommenden sechs Monaten mehr Geld auf dem Konto haben werden. Darauf folgen China (44 Prozent), Indonesien (42 Prozent) und Saudi-Arabien mit 33 Prozent.

Wesentlicher missmutiger schauen die Südafrikaner in die Zukunft. Hier ist der Anteil der Bevölkerung, der mit einer Verbesserung der finanziellen Situation rechnet, mit 28 Prozent nur geringfügig höher als der Teil, der eine Verschlechterung erwartet (22 Prozent).

Credit Suisse verweist dabei auf die Ergebnisse der Umfrage von 2010. Damals stellte das Unternehmen eine ähnliche Stimmungslage in Ägypten fest, wie es jetzt gerade in Südafrika der Fall ist. Die Studie ergab damals, dass 38 Prozent der ägyptischen Befragten damit rechneten, in den kommenden sechs Monaten auf Geld verzichten zu müssen. Nur 12 Prozent glaubten an eine finanzielle Verbesserung. Im Frühjahr 2011 kam es zu sozialen Unruhen. Auch in Südafrika gab es in der zweiten Jahreshälfte 2012 weit verbreitete Streiks.

Insgesamt ging es mit dem Stimmungsbild aber leicht aufwärts: Für dieses Jahr rechnen im Durchschnitt 37 Prozent mit einer Verbesserung, während nur 9 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen. Das entspricht einer Aufhellung der Stimmung im Vergleich zum Vorjahr um etwa 3 Prozentpunkte.

Klar wird aber auch, dass die Unterschiede zwischen den Schwellenländern groß sind. Indische Studienteilnehmer zum Beispiel verloren stark an Optimismus. 2010 rechneten noch 40 Prozent damit, dass sie mehr Geld zur Verfügung haben werden. 2011 waren es noch 36 Prozent, und in der jüngsten Studie nur noch 28 Prozent.

Brasiliens Optimismus stieg dagegen von 53 Prozent im Jahr 2011 auf 66 Prozent im Jahr 2012. Interessanterweise sehen Reiche und Arme hier sogar in etwa die gleichen Perspektiven. In den meisten anderen Ländern sind vermögende Menschen deutlich optimistischer als Menschen, mit einem niedrigeren Einkommen.