UBS Global Wealth Report 2026 66 neue Millionäre pro Tag in Deutschland – Platz 28 von 30

Iqbal Khan von der UBS

Iqbal Khan von der UBS: „Das globale Vermögen entwickelt sich rasant, wobei das Wachstum zunehmend durch veränderte wirtschaftliche Bedingungen, technologischen Wandel und neue Chancen in den Märkten geprägt wird.“ Bildquelle: UBS

Das weltweite Privatvermögen ist 2025 um 10,8 Prozent gestiegen – das dritte Wachstumsjahr in Folge und mehr als doppelt so stark wie 2024 (4,6 Prozent) und 2023 (4,2 Prozent). Das zeigt der Global Wealth Report 2026 von UBS, der die Vermögensentwicklung in 56 Märkten untersucht, die zusammen für über 92 Prozent des weltweiten Vermögens stehen.

„Das globale Vermögen entwickelt sich rasant, wobei das Wachstum zunehmend durch veränderte wirtschaftliche Bedingungen, technologischen Wandel und neue Chancen in den Märkten geprägt wird“, sagt Iqbal Khan, Co-President UBS Global Wealth Management. „In diesem Umfeld sind die richtigen Einblicke und ein verlässlicher Partner unverzichtbar, um mit Unsicherheiten umzugehen, globale Chancen zu nutzen und fundierte, langfristige Entscheidungen zu treffen, die das Vermögen schützen und mehren.“

 

Angetrieben wurde das Wachstum von starken Finanzmärkten und einem spürbaren Anstieg der Sachwerte. Die Zuwächse verteilten sich allerdings ungleich: Europa, der Nahe Osten und Afrika (EMEA) verzeichneten mit 17,5 Prozent das stärkste regionale Wachstum, gefolgt von Amerika mit 8,5 Prozent. Der asiatisch-pazifische Raum (APAC) wuchs mit 5,9 Prozent deutlich langsamer, legte aber im Vergleich zum Vorjahr zu. Ein wesentlicher Treiber der europäischen Stärke war der schwächere US-Dollar, gegenüber dem der Euro 2025 um knapp 9 Prozent zulegte – ein Effekt, der das Vermögenswachstum ausserhalb der USA in Dollar gerechnet optisch verstärkt.

Nach einem kurzen Rückgang 2024 stieg die Verschuldung der privaten Haushalte 2025 wieder an, und zwar so stark wie seit 2017 nicht mehr.

Deutschland im globalen Vergleich

Mit einem Durchschnittsvermögen von 346.613 US-Dollar pro Erwachsenem belegt Deutschland Platz 14 im weltweiten Vergleich der UBS-Stichprobe. An der Spitze steht die Schweiz mit 910.382 US-Dollar, vor den USA (696.277 US-Dollar) und Luxemburg (654.732 US-Dollar). Das deutsche Durchschnittsvermögen liegt damit bei weniger als der Hälfte des US-amerikanischen Niveaus.

Beim Medianvermögen – jenem Wert, bei dem die eine Hälfte der Bevölkerung mehr, die andere weniger besitzt – fällt Deutschland deutlich weiter zurück: Mit 53.485 US-Dollar belegt es nur Platz 30 und bildet damit das Schlusslicht der von UBS ausgewiesenen Top-30-Länder. Zum Vergleich: Spitzenreiter Luxemburg kommt auf ein Medianvermögen von 394.005 US-Dollar, das Nachbarland Österreich auf 71.378 US-Dollar.

Die Differenz zwischen Durchschnitt und Median gilt als Indikator für die Vermögenskonzentration: In Deutschland liegt das Durchschnittsvermögen beim rund 6,5-Fachen des Medians. Zum Vergleich: In der Schweiz beträgt der Faktor rund 6,3, in den USA sogar rund 10,1.

Durchschnitt wächst, Median sinkt

Besonders bemerkenswert: Seit dem Jahr 2020 ist das reale Durchschnittsvermögen pro Kopf in Deutschland um knapp 12 Prozent gestiegen. Das Medianvermögen ist im selben Zeitraum jedoch um fast ein Fünftel gesunken. Diese Diskrepanz deckt sich mit einem der zentralen globalen Befunde des Reports: Während das Durchschnittsvermögen weltweit deutlich zulegte, sank das Medianvermögen 2025 in den meisten untersuchten Märkten – ein Hinweis auf eine wachsende Kluft zwischen den vermögendsten Haushalten und der breiten Bevölkerung.

Die Vermögenspyramide Deutschlands

Knapp 4 Prozent der erwachsenen Bevölkerung besitzen ein Nettovermögen von mehr als einer Million US-Dollar, kontrollieren aber fast die Hälfte des gesamten privaten Vermögens im Land. Die unterste Vermögensklasse (unter 10.000 US-Dollar) macht zwar knapp ein Zehntel der Erwachsenen aus, hält aber praktisch keinen Anteil am Gesamtvermögen.

Die Zahl der Millionäre wächst – aber langsamer als fast überall sonst

Weltweit stieg die Zahl der US-Dollar-Millionäre 2025 um 1,5 Prozent auf rund 57,5 Millionen Menschen. Das entspricht knapp einer Million neuer Millionäre oder über 2.680 pro Tag. Erstmals verzeichnete kein einziger der 56 untersuchten Märkte einen Rückgang.

Deutschland zählt inzwischen 2,648 Millionen US-Dollar-Millionäre, nahezu 4 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Umgerechnet auf ein Jahr kamen 2025 rund 66 neue Millionäre pro Tag hinzu – ein Bruchteil des weltweiten Tageswerts. Das Wachstum fiel mit 0,9 Prozent beziehungsweise 24.263 neuen Millionären vergleichsweise gering aus. Unter den rund 30 im Report einzeln ausgewiesenen Märkten liegt Deutschland damit an drittletzter Stelle – nur Hongkong SAR und Festlandchina wuchsen mit jeweils 0,3 Prozent noch langsamer. Zum Vergleich: In den USA legte die Zahl der Millionäre um 1,9 Prozent zu, in Grossbritannien um 1,8 Prozent, in der Schweiz um 1,0 Prozent.

Vermögen an der Spitze: Milliardäre in Deutschland

Mit 193 US-Dollar-Milliardären zählt Deutschland zu den vier Märkten weltweit mit einer dreistelligen Milliardärszahl, hinter den USA (über 1.000), Festlandchina (562) und Indien (211), aber vor Russland (122). Weltweit erfasst der Report insgesamt 3.302 Milliardäre, ein Plus von 383 Personen oder 13,1 Prozent. Diese Zahlen stammen allerdings aus dem separaten Billionaire Ambitions Report und beziehen sich auf den Zeitraum von April 2025 bis April 2026 – nicht auf das Kalenderjahr 2025 wie die übrigen Angaben des Reports.

 

Finanzvermögen und Verschuldung

Am deutschen Nettovermögen haben Finanzanlagen wie Aktien, Fonds und Bankguthaben einen Anteil von 43,6 Prozent, Sachwerte wie Immobilien kommen auf 67,4 Prozent. Die Verschuldung der privaten Haushalte liegt bei 11,0 Prozent des Nettovermögens – etwa halb so hoch wie in der Schweiz (20,5 Prozent) oder in Grossbritannien (20,0 Prozent).

Der vergleichsweise niedrige Anteil an Finanzvermögen bestätigt einen Trend, den der Report für mehrere Märkte beschreibt: Steigende Immobilienbewertungen befördern viele Haushalte in höhere Vermögensklassen, ohne dass sich ihr verfügbares Einkommen erhöht.

Ungleichheit im europäischen Mittelfeld

Der Gini-Koeffizient, der die Vermögensungleichheit misst, liegt für Deutschland bei 0,67 (Rang 22 von 56 untersuchten Märkten) – ein ähnlicher Wert wie in der Schweiz (0,68), aber deutlich höher als etwa in Belgien (0,46) oder Italien (0,54). Ein hoher Wert bedeutet dabei nicht automatisch ein niedriges Wohlstandsniveau, wie UBS betont: Ein Land kann sowohl vermögend als auch ungleich verteilt sein – oder umgekehrt.

Fazit

Der Global Wealth Report 2026 bestätigt, dass Deutschland beim Durchschnittsvermögen weiterhin zu den vermögenderen Industrienationen zählt. Gleichzeitig zeigen Medianvermögen, Millionärswachstum und die Entwicklung seit 2020 ein verhalteneres Bild für die breite Mitte der Bevölkerung. Während das globale Vermögen 2025 so schnell wuchs wie seit Jahren nicht, wächst der Wohlstand in Deutschland ungleich verteilt – mit einer wachsenden Distanz zwischen Durchschnitt und Median.

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