UBS Global Family Office Report 2024 Family Offices fahren Anleihenallokation hoch – und können sich professionalisieren

Die Polybahn, ein Wahrzeichen der Stadt Zürich, mit dem Logo der UBS: Laut einem neuen Report der Schweizer Bank geht die Anleihen-Allokation von Family Offices weiter rauf.

Die Polybahn, ein Züricher Wahrzeichen, mit dem Logo der UBS: Laut einem neuen Report der Schweizer Bank geht die Anleihen-Allokation von Family Offices weiter rauf. Foto: Imago Images/Wolfgang Maria Weber

Zum fünften Mal hat die UBS ihren Global Family Office Report veröffentlicht. Befragt wurden für die neue Auflage der Studie Verantwortliche aus Single Family Offices, die zusammen ein Vermögen von mehr als 600 Milliarden US-Dollar für ihre Familien verwalten. Durchschnittlich verwalteten die Family Offices damit rund 2,6 Milliarden US-Dollar. Von diesem Vermögen wird weiterhin ein größerer Teil in Anleihen investiert. 

Anleihen bleiben hoch im Kurs – Immobilienallokationen sinken

Nach dem Kursanstieg am Anleihenmarkt im Jahr 2023 ist die Gewichtung festverzinslicher Wertpapiere von Industrieländern in der strategischen Asset Allocation (SAA) auf den höchsten Wert seit fünf Jahren gestiegen. Im laufenden Jahr planen die Family Offices ihre Allokation von 16 Prozent beizubehalten (siehe untere Grafik). Neben Anleihen gibt es die größte Veränderung in den Portfolios bei Immobilien. Weltweit sank im vergangenen Jahr die durchschnittliche Gewichtung von Family Offices in Immobilien von 13 Prozent in 2022 auf 10 Prozent. 2024 planen die Family Offices, die durchschnittliche Allokation wieder auf 12 Prozent zu erhöhen.

Im Durchschnitt streben nur knapp über ein Viertel der Family Offices an (27 Prozent), ihre SAA anzupassen – verglichen mit 37 Prozent, die dies in der letztjährigen Studie angaben. Bei den Investmentthemen steht Künstliche Intelligenz ganz oben in der Gunst der Family Offices. 78 Prozent: So hoch ist die Durchschnittswahrscheinlichkeit, dass die Befragten innerhalb der nächsten drei Jahre in KI investieren. Healthtech (70 Prozent), Automatisierung und Robotik (67 Prozent) sowie Medizinprodukte (59 Prozent) folgen als weitere beliebte Investmentthemen.

 ©UBS Global Family Office Report 2024

Nicht nur in die Portfolios gaben die Unternehmen Einblicke, sondern auch in die Vergütung der Family Officer und die Kostenstruktur. Eine Erkenntnis: Viele Family Offices können sich noch professionalisieren. Im Durchschnitt gaben 56 Prozent der Befragten an, über einen Anlageausschuss zu verfügen, nur 44 Prozent haben einen dokumentierten Anlageprozess und eine Family Governance.

Großteil der Family Offices beschäftigt bis zu 10 Mitarbeiter

Da die meisten Family Offices nur wenige Mitarbeiter beschäftigen, scheinen sie laut der Umfrage zudem nicht in der Lage zu sein, mehr als ihre Kernaufgaben – in der Regel die Vermögensverwaltung – zu erfüllen. Zwei Drittel (66 Prozent) der Family Offices beschäftigen nur bis zu 10 Mitarbeiter (20 Prozent sogar nur bis zu drei). Das reicht in der Regel nicht aus, um ein breites Dienstleistungsspektrum zu erbringen.

Selbst bei etwas mehr als einem Drittel der Family Offices (37 Prozent), die mehr als 1 Milliarde US-Dollar verwalten, sind nur bis zu 10 Mitarbeiter beschäftigt. Etwa ein Viertel ist auf der Personalseite breiter aufgestellt und beschäftigt zwischen 21 und 50 Mitarbeiter, 8 Prozent sogar mehr als 50 Mitarbeiter.

 

„Family Offices neigen dazu, sehr schlank aufgestellt zu sein“, wird ein ehemaliger Leiter eines Schweizer Family Offices in der UBS-Studie zitiert. „Es besteht die Tendenz, die wirklich privaten Dinge außerhalb des Family Office zu erledigen.“ Inhaberfamilien würden zunehmend darüber nachdenken, Dienstleistungen auszulagern.

Die Kosten für den Betrieb eines Family Office sind im Jahr 2023 gestiegen. Zu einer ähnlichen Erkenntnis ist auch die J.P. Morgan Private Bank in ihrem jüngst veröffentlichen Family-Office-Report gelangt. Im weltweiten Durchschnitt lagen die reinen Gesamtkosten für den Betrieb eines Family Office im Jahr 2023 bei 39,8 Basispunkten des verwalteten Vermögens (AUM), gegenüber 38,1 im Jahr zuvor. Für das Jahr 2024 liegen die geplanten Kosten bei 40,3 Basispunkten.

Größe des Family Offices bringt Kostenvorteile

Deutlich wird zudem, dass der Kostensatz bei größeren Family Offices geringer ist. Bei Unternehmen mit einem verwalteten Vermögen von 100 bis 250 Millionen US-Dollar liegen die Ist-Kosten bei durchschnittlich 43,2 Basispunkten. Bei Family Offices mit einem Vermögen von einer Milliarde US-Dollar und höher liegen sei bei nur 35,2 Basispunkten. Neben den Betriebskosten – einschließlich Personal, Infrastruktur, IT –, die 57 Prozent der voraussichtlichen Kosten im Jahr 2024 ausmachen, ist der nächstgrößte Kostenblock die Vermögensverwaltung mit 24 Prozent.

Den vollständigen UBS Global Family Office Report 2024 können Sie hier herunterladen. 

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