Trotz schleichenden Verbrauchs Großteil der Bürgerstiftungen arbeitet ohne Finanzberater

Screenshot der Studie:  Für die Online-Erhebung wurden 311 Bürgerstiftungen per Mail angeschrieben, wovon etwa die Hälfte antwortete.  | © Bundesverband Deutscher Stiftungen

Screenshot der Studie: Für die Online-Erhebung wurden 311 Bürgerstiftungen per Mail angeschrieben, wovon etwa die Hälfte antwortete. Foto: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Der Anteil von Bürgerstiftungen, die Schwierigkeiten haben, ihr Stiftungsvermögen real zu erhalten, hat deutlich zugenommen. Das zeigt eine Online-Befragung des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Demnach glauben lediglich 43,9 Prozent, 2017 mit ihrer Rendite die zum Befragungszeitraum prognostizierte Jahresinflationsrate von 1,5 Prozent übertreffen zu können. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lagen 76,1 Prozent mit der Rendite ihrer Vermögensanlage über der durchschnittlichen Jahresinflationsrate von 0,3 Prozent. 2016 waren es nur noch 70,3 Prozent, die über der durchschnitt­lichen Jahresinflationsrate von 0,5 Prozent lagen.

Damit haben die Bürgerstiftungen pessimistischere Renditeerwartungen als die Stiftungen generell. In einer Befragung Anfang des Jahres schätzten 65,1 Prozent der befragten Stiftungen, dass ihre Rendite höher als die prognostizierte Jahresinflationsrate sein würde.

Im Vergleich zu allen rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts legen die Bürgerstiftungen etwas häufiger in Immobilien an: Nur jede fünfte aller Stiftungen legt in Immobilien an, unter den Bürgerstiftungen ist es fast jede vierte.

Bei den Fonds ist es jedoch umgekehrt: 70,9 Prozent aller rechtsfähigen Stiftungen bürgerlichen Rechts legen ihr Vermögen darin an, unter den Bürgerstiftungen sind es hingegen nur 56,7 Prozent.