Trotz Niedrigzins Stiftungswachstum in Deutschland schreitet voran

Mit 20.784 Stiftungen ist Deutschland so reich an Stiftungen wie nie zuvor

Mit 20.784 Stiftungen ist Deutschland so reich an Stiftungen wie nie zuvor Foto: Bundesverband Deutscher Stiftungen

Um 691 neue Stiftungen ist im vergangenen Jahr die deutsche Stiftungslandschaft auf eine Gesamtzahl von 20.784 gewachsen. Das verkündete der Bundesverband Deutscher Stiftungen (BVDS) in Berlin. Damit liegt das Wachstum des Sektors bei 3,1 Prozent. Auch sind mit 691 mehr rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts dazugekommen als im Jahr 2013 (638). Die Stiftungsdichte auf 100.000 Bundesbürger liegt nun bei 26 Stiftungen.

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Trends 2015

Neben der klassischen rechtsfähigen Stiftung stehen auch alternative Stiftungsformen weiter hoch im Kurs, insbesondere Treuhandstiftungen und Zustiftungen in Form von Stiftungsfonds, berichtet der BVDS.

Wachsenden Einfluss auf das Stiftungshandeln hat die Niedrigzinsphase. „Die Antwort auf den Niedrigzins war bei vielen großen Stiftungen eine Änderung der Anlagestrategie, vor allem hin zu Aktien und Immobilien, und damit sind sie meist sehr gut gefahren“, erklärt Hans Fleisch, Generalsekretär des Verbandes. „Außerdem verstärken Stiftungen aller Größenordnungen ihre Bemühungen im Bereich Fundraising und Kooperationen. Stiftungen suchen sich also aktiv neue Wege zur Sicherung ihrer Einnahmen.“

Bundesländer im Vergleich

Den größten Zuwachs im Jahr 2014 konnte mit 159 neuen Stiftungen Nordrhein-Westfalen verzeichnen. Mit insgesamt 4.059 Stiftungen verteidigt das bevölkerungsreichste Bundesland seinen Spitzenplatz vor Bayern (3.764) und Baden-Württemberg (3.128).

Die ostdeutschen Bundesländer sind, was den Bestand betrifft, in der Statistik nach wie vor deutlich abgeschlagen. Jedoch haben Länder wie Thüringen (5,4 Prozent) und Sachsen (4,5 Prozent) deutlich höhere Wachstumsraten als der Bundesdurchschnitt (3,1 Prozent). Insgesamt kommen Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf 1.408 rechtsfähige Stiftungen bürgerlichen Rechts.

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Was die Zahl der Stiftungen pro 100.000 Einwohner betrifft, liegen die Stadtstaaten vorn: In Hamburg kommen auf 100.000 Einwohner 77 Stiftungen, in Bremen sind es 50. Unter den Flächenländern führt Hessen mit 31 Stiftungen auf 100.000 Einwohner. Mit einer Stiftungsdichte von 91 bleibt Würzburg Spitzenreiter der Großstädte.

Größte Stiftungsgründung 2014

Die nach dem eingebrachten Vermögen größte Stiftungsgründung im vergangenen Jahr war die Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung in Mannheim. Laut BVDS wurden der Neugründung über 200 Millionen Euro vom Stifter überschrieben, dem im Juni 2013 verstorbenen Chemie-Unternehmer Rolf Schwiete.

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