Kredite für Kunst- und Kulturschaffende Triodos Bank startet Filmfinanzierung in Deutschland

Björn Schümann

Björn Schümann: „Es ist uns gerade in diesen Zeiten besonders wichtig, Kulturschaffende zu unterstützen und vielfältige kulturelle Angebote zu ermöglichen." Foto: Triodos Bank

Die Triodos Bank startet in Deutschland mit der Finanzierung von Filmen. Begleitet wird der Start des neuen Angebots zur Förderung der Unternehmen aus der Kunst- und Kulturbranche durch eine Garantievereinbarung mit dem Europäischen Investitionsfonds (EIF). Der Schwerpunkt liegt zu Beginn auf der Zwischenfinanzierung von Filmfördergeldern und Auftragsproduktionen.

Das neue Team unter der Leitung von Björn Schümann, der kürzlich für diesen Zweck zur Triodos Bank gewechselt ist und den Angaben zufolge langjährige Erfahrungen aus diesem Bereich mitbringt, betreut bundesweit die Kunden der Kunst- und Kulturszene aus Hamburg heraus. Erste Finanzierungen für Filmprojekte wurden demnach bereits erfolgreich abgeschlossen.

Bis zu 200 Millionen Euro in zwei Jahren

 „Das Thema Kunst und Kultur ist ein ganz wichtiger Bereich für die Triodos Bank, die international bereits seit langem Filmproduktionen finanziert,“ saht Schümann. „Es ist uns gerade in diesen Zeiten besonders wichtig, Kulturschaffende zu unterstützen und vielfältige kulturelle Angebote zu ermöglichen. Durch die exklusive Zusammenarbeit mit dem Europäischen Investitionsfonds erhalte man zusätzliche Gestaltungsspielräume. Die Triodos Bank und der Europäische Investitionsfonds (EIF) hatten im Sommer eine Garantievereinbarung in Form einer Ausfallbürgschaft - „Cultural and Creative Sectors Guarantee Facility (CCS GF)“ - für den Kreativ- und Kultursektor unterzeichnet.

Die Triodos Bank kann auf dieser Basis nach eigenem Bekunden in den nächsten zwei Jahren in den Niederlanden, Belgien, Spanien und Deutschland insgesamt Kredite von bis zu 200 Millionen Euro vergeben, vereinfacht und mit geringeren Anforderungen an Sicherheiten an Unternehmerinnen und Unternehmer in der Kreativ- und Kulturbranche.

Die „CCS GF“ wird vom Europäischen Investitionsfonds (EIF) im Auftrag der Europäischen Kommission verwaltet, und vom Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI) unterstützt, der wichtigsten Säule des Investitionsplans für Europa. Sie wurde im Juni 2016 im Rahmen des Programms Creative Europe (2014-2020) gestartet. Die CCS GF kommt Kleinstunternehmen sowie kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) der Kultur- und Kreativbranche zugute, die oft Schwierigkeiten haben, eine Fremdfinanzierung für ihre Projekte zu erhalten. In Deutschland wird sich die Triodos Bank auf den Bereich Filmfinanzierung konzentrieren.

„Die Triodos Bank finanziert bereits Kunst und Kultur. Künstler:innen und Kulturschaffende leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft, weil sie Ideen und Menschen miteinander verbinden und positiven Wandel anregen, fördern und reflektieren“, sagt Christina Schmidt, Leiterin Business Banking der Triodos Bank Deutschland.  „Wir verfügen in der Triodos Gruppe über umfangreiche Erfahrung in der Finanzierung von kulturellem Unternehmertum. Die Partnerschaft mit dem EIF ermöglicht es uns, Filmschaffende finanziell zu begleiten, die normalerweise nur schwer Zugang zu regulären Bankkrediten hätten. Die „CCS GF“ ist ein wichtiger Anreiz, besonders jetzt, da die Covid-19-Pandemie den Kultursektor unter immensen Druck gesetzt hat."

Gegründet 1980 finanziert die auf Nachhaltigkeit spezialisierte Triodos Bank ausschließlich Unternehmen, Institutionen und Projekte, die zum Wohl von Mensch und Umwelt beitragen. Sie kommen beispielsweise aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Ökolandbau, Bildung, Altenpflege und nachhaltige Immobilien. Die Triodos Bank, Triodos Investment Management und Triodos Private Banking weisen gemeinsam ein Geschäftsvolumen von 22,7 Milliarden Euro aus. Die Triodos Bank beschäftigt 1.668 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in fünf Ländern in Europa: in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Spanien und Deutschland.