Trends stützen die Nachfrage institutioneller Investoren Anlageklasse Infrastruktur steht weiteres Rekordjahr bevor

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BAI-Geschäftsführer Frank Dornseifer Foto: BAI

Die Rolle und Bedeutung von Infrastrukturinvestments werden nach Einschätzung des Bundesverbands Alternative Investments (BAI) weiter zunehmen. Laut der Lobby der Alternative-Investments-Branche in Deutschland steht diese Anlageklasse mehr denn je unter dem Einfluss sozioökonomischer Trends. Dazu zählt der BAI den Klimawandel und den damit verbundenen Ausbau von Erneuerbaren Energien sowie die Digitalisierung, die sich im Ausbau der Glasfasernetze widerspiegelt. Auch mit Blick auf zum Teil deutlich veraltete Infrastruktur haben Investitionen in Infrastruktur eine besondere volkswirtschaftliche Komponente, bei denen es daher gelte, institutionelle Investoren bestmöglich einzubinden.

Großanleger greifen weiter zu

Der Datenanbieter Preqin beziffert laut BAI das verwaltete Vermögen im Segment der nicht-börsennotierten Infrastruktur für das Jahr 2017 auf einen neuen Rekordwert in Höhe von rund 420 Milliarden US-Dollar. Dieser Wert liege zwar weiterhin deutlich unter dem von anderen Privatmarktsegmenten wie insbesondere Private Equity und auch Real Estate. Angesichts der sehr guten Wertentwicklung dieser Anlageklasse in den vergangenen Jahren und den besonderen Portfolioeigenschaften von Infrastruktur sei das Interesse bei institutionellen Investoren ungebrochen. Laut Preqin wollen sie ihren Anlagen in diesem Segment mehrheitlich aufstocken, so dass dem Datenanbieter zufolge ein weiteres Rekordjahr bevorsteht.

Dem gestiegenen Interesse institutioneller Investoren haben auch Politik und Aufsicht Rechnung getragen, beispielsweise in Form von spezifischen aufsichtsrechtlichen Vorgaben für Anlagen in sogenannte qualifizierte Infrastruktur unter Solvency II oder der Aufnahme von Infrastrukturdarlehen als eigene Anlagekategorie in der Anlageverordnung für Einrichtungen der betrieblichen Altersvorsorge. Für BAI-Geschäftsführer Frank Dornseifer ist Infrastruktur längst kein Nischensegment mehr: „Was als geringe Beimischung begann, ist heute ein echter Portfoliobaustein.“ In Zahlen ausgedrückt: 5 Prozent Infrastrukturanlagen seien bei institutionellen Investoren mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Der BAI sieht die Anlageklasse unverändert positiv. Gründe, die für Anlagen in Infrastruktur sprechen, seien neben der guten Performance vor allem die geringe Korrelation und stabile Mittelrückflüsse. Wichtig sei zudem, dass nicht nur die Anzahl der Transaktionen mit Infrastruktur Assets steigt, sondern auch die Zahl der erfolgreichen Verkäufe von Beteiligungen. Das sei der Lackmustest, auf den die Investoren schauen, so Dornseifer weiter.